Der Dirigent Marc Albrecht in Aktion © NDR Foto: Marco Borggreve

Junges Abo: Virtuos

Stand: 27.07.2022 12:00 Uhr

Eine höchst spannende Gegenüberstellung: Unter Leitung von Marc Albrecht trafen an diesem Abend Schostakowitsch und Mahler aufeinander.

Mahler und Schostakowitsch sind Komponistenbrüder im Geiste. Ihr Markenzeichen ist Doppelbödigkeit, ihre bevorzugten stilistischen Mittel sind Humor, Ironie und Groteske. Das zeigte sich auch in den Werken, die in diesem Konzert auf dem Programm standen: Schostakowitschs Violoncellokonzert Nr. 1 sowie Mahlers Sinfonie Nr. 4. Am Pult stand Marc Albrecht. Der aus Hannover stammende Dirigent hatte in den vergangenen Jahrzehnten eine aufsehenerregende Karriere hingelegt, u. a. als Generalmusikdirektor des Staatstheaters Darmstadt, Chefdirigent des Orchestre Philharmonique de Strasbourg sowie der Dutch National Opera oder als Gastdirigent bei den Festspielen in Salzburg und Bayreuth.

Junges Abo: Virtuos | 8. Sinfoniekonzert A
Fr, 20.05.2022 | 20 Uhr
Hannover, Großer Sendesaal (Rudolf-von-Bennigsen-Ufer 22)

Marc Albrecht Dirigent
Heidi Stober Sopran
Leonard Elschenbroich Violoncello
NDR Radiophilharmonie

Dmitrij Schostakowitsch
Violoncellokonzert Nr. 1 Es-Dur op. 107
Gustav Mahler
Sinfonie Nr. 4 G-Dur

Das Gelbe Sofa | 19 Uhr
Im Großen Sendesaal: Künstler*innen des Abends im persönlichen Gespräch mit Friederike Westerhaus.
In der Pause: Blick hinter die Kulissen (Treffpunkt am linken Vorhang)

Hinweis: Der Große Sendesaal wird voll besetzt. Mehr zu unseren aktuellen Hygienemaßnahmen lesen Sie hier.

Ein Cellokonzert, das es in sich hat

Die hohen technischen Anforderungen in Schostakowitschs Erstem Cellokonzert sind kein Zufall, denn es wurde keinem Geringeren als Mstislaw Rostropowitsch auf den Leib geschrieben. Noch einmal blickt der Komponist hier auf die Stalin-Ära zurück, auf all die Verrenkungen und das Leid dieser bleiernen Jahre. Daher rührt die forcierte Fröhlichkeit in den Ecksätzen, die tiefe Melancholie im langsamen Satz und das ausufernde Selbstgespräch in der furiosen Solokadenz.

Mahlers Vierte mit der Sopranistin Heidi Stober

Überwindung ist auch das Thema von Mahlers Sinfonie Nr. 4. Nach den immer gewaltigeren Dimensionen seiner ersten drei Sinfonien bedeutete die klassizistisch anmutende Vierte nur scheinbar einen Rückschritt. In Wahrheit stößt sie jede Menge neue Türen auf: durch das Nebeneinander von kindlicher Naivität und Todesahnung, Ernst und Humor, Kunst und Natur. Gerade der Verzicht auf Bombast und Überwältigung macht sie zu einer der tiefsten, ergreifendsten Schöpfungen Mahlers. Den Gesangspart im Schlusssatz übernahm die vielseitige amerikanische Sopranistin Heidi Stober, die lange zum Ensemble der Deutschen Oper Berlin zählte. Seit 2011 gastiert sie regelmäßig in den großen Rollen ihre Faches an der New Yorker Met.

Schlagwörter zu diesem Artikel

Klassik

Dirigent Andrew Manze und die NDR Radiophilharmonie © NDR Foto: Axel Herzig

Der Konzertkalender

Dies sind die Konzerte der NDR Radiophilharmonie in der Saison 2022/23. mehr

Video-Aufnahme im Großen Sendesaal des NDR Landesfunkhauses in Hannover © NDR Foto: Micha Neugebauer

Audio und Video

Konzerte der NDR Radiophilharmonie als Audios und Videos zum Nachschauen und -hören, wann immer Sie wollen. mehr

Die NDR Radiophilharmonie © NDR / Nikolaj Lund Foto: Nikolaj Lund

Zur Startseite

Vielseitigkeit ist ihr Markenzeichen: Von den "Hannover Proms" als Saisonauftakt bis zu abwechslungsreicher Kammermusik reicht das Programm der Saison 21/22. mehr

Orchester und Vokalensemble