Fantasie und Invention in der Kammermusik-Matinee

Eriona Jaho, Lena Schneider, Jan Hendrik Rübel und Kerstin Ingwersen spielen ein Programm für Streichtrio und Oboe.

Musiker der NDR Radiophilharmonie ließen in der Kammermusik-Matinee Oboe auf Streichtrio treffen: Eine Bearbeitung von Bachs dreistimmigen Inventionen war ebenso zu hören wie Brittens "Phantasy", aber auch Musik des weniger bekannten tschechischen Komponisten und Oboisten Jiří Družecký.

Das Konzert im Radio

Das Konzert ist aufgezeichnet worden und wird am 12. Mai 2019 um 11 Uhr auf NDR Kultur übertragen. Den Link zum Radio-Livestream finden Sie kurz vor Sendebeginn auf dieser Seite.

5. Kammermusik-Matinee
So, 10.03.2019 | 11.30 Uhr
Hannover, Kleiner Sendesaal des NDR (Rudolf-von-Bennigsen-Ufer 22)

Kerstin Ingwersen Oboe
Eriona Jaho Violine
Lena Schneider Viola
Jan Hendrik Rübel Violoncello und Moderation

Trio und Oboe - Fantasie und Invention

JOHANN SEBASTIAN BACH
15 dreistimmige Inventionen BWV 787-801, Fassung für Streichtrio (Bearb.: Wolfgang Link)
JIŘÌ DRUŽECKÝ
Quartett für Oboe, Violine, Viola und Violoncello g-Moll
BENJAMIN BRITTEN
"Phantasy" für Oboe, Violine, Viola und Violoncello op. 2

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Der Böhme Družecký, ein Zeitgenosse Mozarts, war im Hauptberuf Oboist, hatte aber ein Faible für exotische Besetzungen; von ihm stammen ein Paukenkonzert sowie Stücke für Drehleier und Xylophon. Auch im Quartett gab es Überraschendes zu entdecken: Der 2. Satz ist eine Variationenfolge über das B-A-C-H-Motiv - komponiert zu einer Zeit (1806), als Johann Sebastian Bach nur Insidern bekannt war.

Spätbarocke Ausdruckskunst

Von daher lag es nahe, die erste Hälfte der Matinee dem Thomaskantor zu widmen: Die NDR Radiophilharmonie-Mitglieder Eriona Jaho (Violine), Lena Schneider (Viola) und Jan Hendrik Rübel (Violoncello) spielten die 15 Inventionen BWV 787-801. In diesen dreistimmigen "Sinfonien", wie Bach sie nennt, kommt das gesamte Potenzial spätbarocker Ausdruckskunst zum Tragen, von der strengen Fuge bis zum empfindsamen Charakterstück.

Wie ein englischer Garten

Den Schlusspunkt setzte dann wieder die Oboistin Kerstin Ingwersen im Verbund mit ihren Streicherkollegen. "Phantasy" betitelte der junge Benjamin Britten sein Quartett op. 2, eine Hommage an die altenglische Tradition der Streicher-Fantasia: einsätzig, pastoral im Ton, das thematische Material assoziativ weiterspinnend - eine Musik wie der Spaziergang durch einen englischen Garten.