Schostakowitsch und Poulenc in Lübeck

Jukka-Pekka Saraste gründete das Finnish Chamber Orchestra, für das er bis heute als Künstlerischer Berater tätig ist.

Der Finne Jukka-Pekka Saraste kommt mit zwei grundverschiedenen Werken des 20. Jahrhunderts in die Elbphilharmonie: Schostakowitschs Sinfonie Nr. 11 und Poulencs Konzert für zwei Klavier. Als Solisten am Klavier debütiert das Brüderpaar Lucas und Arthur Jussen beim NDR Elbphilharmonie Orchester.

Fr, 08.01.2021 | 19.30 Uhr
Lübeck, Musik- und Kongresshalle (Willy-Brandt-Allee 10)

Einführungsveranstaltung um 18.30 Uhr

Jukka-Pekka Saraste Dirigent
Lucas & Arthur Jussen Klavier
NDR Elbphilharmonie Orchester

FRANCIS POULENC
Konzert für zwei Klaviere d-Moll
DMITRIJ SCHOSTAKOWITSCH
Sinfonie Nr. 11 g-Moll op. 103 "Das Jahr 1905"

Der Vorverkauf startet am 31. August um 10 Uhr. Weitere Infos in Kürze hier.

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Dmitrij Schostakowitsch war ein Meister des Versteckspiels. Immer wieder hat er verschlüsselte Botschaften in seine Werke eingeschmuggelt - wahrscheinlich auch in seine Elfte Sinfonie. Auf den ersten Blick scheint ihr Inhalt klar: Unter dem Titel "Das Jahr 1905" schildert sie das Geschehen der damaligen Revolution in einer plastischen Klangsprache.

Sinfonie mit doppeltem Boden

Der Spannungsbogen Schostakowitschs Elfter führt von der beklemmenden Atmosphäre vor dem Zarenpalast über das grausame Gemetzel des "Blutsonntags" bis zur Totenklage und dem Blick in die Zukunft. Die Uraufführung des Stücks im Jahr 1957 beschert dem Komponisten einen umjubelten Erfolg; er wird mit staatlichen Preisen überhäuft. So klingt der Sozialistische Realismus. Eine Musik ganz nach dem Geschmack der sowjetischen Kulturpolitik.

Aber ist das auch die ganze Wahrheit? Oder hat Schostakowitsch vielleicht auch hier wieder einen doppelten Boden eingezogen? Es liegt zumindest nahe, dass der Komponist mit dem historischen Sujet auch auf die Gegenwart verweist. Unter der Führung von Chruschtschow erlebte die poststalinistische Sowjetunion zwar eine Periode des "Tauwetters" - doch auf den Aufstand der Ungarn im Jahr 1956 reagierte er mit derselben Härte wie sein Vorgänger.

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Lucas & Arthur Jussen erhielten Unterricht von Maria João Pires und spielen mit Pianisten wie Ricardo Castro und Lang Lang.
Konzert für zwei Pianisten: Lucas & Arthur Jussen

Gut möglich, dass diese Brutalität auch in den Klängen der Sinfonie widerhallt. Vor dem orchestralen Schwergewicht dirigiert Jukka-Pekka Saraste ein Werk, das eine ganz andere Facette des 20. Jahrhunderts zeigt: In seinem Konzert für zwei Klaviere - gespielt von Lucas und Arthur Jussen - mischt Francis Poulenc Einflüsse aus Varieté, Jazz, Romantik und balinesischer Musik zu einem bunten Stilmix.

Weiterer Konzerttermin

Schostakowitsch 11 & Poulenc

07.01.2021 20:00 Uhr und weitere Termine
Elbphilharmonie

Zwei Facetten des 20. Jahrhunderts: Schostakowitschs Elfte Sinfonie und Francis Poulencs Konzert für zwei Klaviere spielt das NDR Elbphilharmonie Orchester unter Leitung von Jukka-Pekka Saraste. mehr