Carlos Prieto dirigiert Unsuk Chin

Im Januar 2018 begeisterte Carlos Miguel Prieto mit einem Ginastera-Abend zu Gast beim NDR EO.

Mit Werken von Composer in Residence Unsuk Chin, Thierry Escaich und Iannis Xenakis stellen Carlos Miguel Prieto und das NDR Elbphilharmonie Orchester Ende November ganz die zeitgenössische Musik - und die Residenzkomponistin des NDR - in den Mittelpunkt.

Fr, 29.11.2019 | 20 Uhr
Elbphilharmonie Hamburg, Großer Saal (Platz der Deutschen Einheit 1)

Einführungsveranstaltung um 19 Uhr im Großen Saal

Carlos Miguel Prieto Dirigent
Nika Gorič Sopran
Antoine Tamestit Viola
NDR Elbphilharmonie Orchester

UNSUK CHIN
Le Silence des Sirènes
für Sopran und Orchester
THIERRY ESCAICH
Violakonzert "La Nuits des Chants"
(Deutsche Erstaufführung, gemeinsames
Auftragswerk von NTR ZaterdagMatinee und NDR)
IANNIS XENAKIS
Jonchaies
pour 109 musiciens

In Kooperation mit NDR das neue werk

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Das Schweigen der Sirenen

Als hätte sie den Standort der Elbphilharmonie bereits im Sinn gehabt, widmete Unsuk Chin eines ihrer Werke den Wassergeistern, genauer: Sirenen. Die sagenhaften Femmes fatales sind Inbegriff der (akustischen) Verführung. Aber wie klingt ihr Gesang eigentlich?

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Composer in Residence: Unsuk Chin

Unsuk Chin ist in der Saison 2019/2020 Residenzkomponistin des NDR Elbphilharmonie Orchesters. Die Suche nach ihrem eigenen künstlerischen Weg führte sie schon früh nach Hamburg. mehr

Die südkoreanische Komponistin nimmt Homers Epos als Ausgangspunkt: Odysseus, der sich an einen Schiffsmast fesseln ließ, um gefahrlos den Sirenen zu lauschen. Hell fluoreszierend fängt Unsuk Chin ihren Gesang in allen Facetten ein, im ständigen Echo mit dem Orchester. Auch Textfetzen aus James Joyces Jahrhundertroman "Ulysses" finden sich in der Komposition: Leicht verjazzt, wandelt sich die Sirene zur verruchten Bardame. Nur eines tun die Sirenen nie: Schweigen. Die Sopran-Partie stellt dementsprechend höchste Ansprüche an ihre Interpretin.

Konzert für die vernachlässigte Viola

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Antoine Tamestit gilt als einer der gefragtesten Bratscher unserer Zeit.

Auch Thierry Escaich hatte einen ganz bestimmten Klang im Ohr, als er Initiationsriten der Navajo-Indianer vertonte und dem Bratschisten Antoine Tamestit zueignete. Intensiv setzte sich der französische Komponist mit dem Instrument auseinander, um in "La Nuit des Chants" der vernachlässigten Schwester der Geige ihre ganz eigenen Klangqualitäten zu entlocken. Sein Landsmann Olivier Messiaen brachte sogar Steine zum Singen: Farbprächtig meditierte er über das Grabmal Christi.

Xenakis sprengt jede Dimension

Am Pult des NDR Elbphilharmonie Orchesters steht der Mexikaner Carlos Miguel Prieto, der jüngst vom Magazin "Musical America" zum Dirigenten des Jahres gekürt wurde. Er setzt im Rahmen des Xenakis-Schwerpunkts der Elbphilharmonie noch ein drittes Werk aufs Programm: das nach mathematischen Formeln komponierte, aber jede Dimension sprengende "Jonchaies" des griechischen Komponisten.