Porträtbild des Baritons Matthias Goerne  Foto: Caroline de Bon

Matthias Goerne singt Hanns Eisler

Stand: 08.06.2021 11:00 Uhr

Ein Zeichen gegen Faschismus und Krieg: Hanns Eislers "Deutsche Sinfonie" mit Star-Bartion Matthias Goerne im Rahmen eines dreitägigen Komponistenporträts der Elbphilharmonie.

Bariton Matthias Goerne, einer der engagiertesten Botschafter für Eislers Musik, komplettiert das hochkarätige Solistenquartett, das gemeinsam mit dem NDR Elbphilharmonie Orchester, dem MDR-Rundfunkchor und dem NDR Vokalensemble auf der Bühne der Elphi zu erleben sein wird.

Fr, 26.11.2021 | 20 Uhr
Elbphilharmonie Hamburg, Großer Saal (Platz der Deutschen Einheit 1)

Einführungsveranstaltung jeweils eine Stunde vor Konzertbeginn im Großen Saal

Carlos Miguel Prieto Dirigent
Jacquelyn Stucker Sopran
Ruxandra Donose Mezzosopran
Matthias Goerne Bariton
Cody Quattlebaum Bass
MDR-Rundfunkchor
NDR Vokalensemble
NDR Elbphilharmonie Orchester

HANNS EISLER
Deutsche Sinfonie op. 50

In Kooperation mit HamburgMusik

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Hochspannend und vielseitig

Zwölftontechnik und Arbeiterlied, Kommunismus und Hollywood: In Leben und Schaffen Hanns Eislers vereint sich das scheinbar Unvereinbare. Der Schönberg-Schüler entdeckte früh, dass es ihm nicht reichte, Musik um ihrer selbst willen zu schreiben.

So vertonte er von 1930 bis zu dessen Tod Gedichte und Theaterstücke von Bertolt Brecht, im Exil in den USA schrieb er Filmmusik, zurück in Europa wurde er zum Vorzeigetonkünstler der DDR. Dass sich der hochspannende und vielseitige Komponist jedoch in keine Schublade stecken lässt, zeigt ein dreitägiger Eisler-Schwerpunkt der Elbphilharmonie, bei dem selbstverständlich auch das NDR Elbphilharmonie Orchester mit von der Partie ist.

Matthias Goerne: Botschafter für Eisler

Dirigent Carlos Miguel Prieto © NDR EO/Benjamin Ealovega Foto: Benjamin Ealovega
Dirigent Carlos Miguel Prieto nimmt sich Eislers "Deutscher Sinfonie" an.

Einer der engagiertesten Botschafter für Eislers Musik heute ist Matthias Goerne. Der Bariton mit der samtig-dunklen Stimme widmete dem Komponisten, dessen Meisterschaft er auf einer Höhe mit der Franz Schuberts sieht, bereits zahlreiche Konzerte und CD-Einspielungen. Und so lässt er es sich auch nicht nehmen, die Hommage an Eisler maßgeblich mitzugestalten - etwa in der "Deutschen Sinfonie", die beim NDR Elbphilharmonie Orchester unter der Leitung von Carlos Miguel Prieto auf dem Programm steht.

Werk des Widerstands

Die "Deutsche Sinfonie" ist eines der wichtigsten Werke aus Eislers Zeit im Exil. Bereits in den 1930er Jahren begonnen, aber erst 1959 uraufgeführt, war sie für den Komponisten ein "Werk des Widerstands": ein Zeichen, dass Deutschland nicht gleich Nazi-Deutschland war, dass es auch noch andere politische und kulturelle Stimmen gab, die für Deutschland sprachen - aus dem Untergrund, aus den Konzentrationslagern, aus dem Exil.

Mit Texten von Bertolt Brecht und Ignazio Silone lässt Eisler diese Stimmen in seinem elfsätzigen Werk durch Orchester, Chor und Solisten klingend, singend und sprechend zu Wort kommen und setzt ein machtvolles musikalisches Zeichen gegen Faschismus und Krieg.

Orchester und Chor