Unsuk Chin: Porträtkonzert IV

Noch ein viertes Mal widmet die Reihe NDR das neue werk dem Schaffen der Residenzkomponistin Unsuk Chin einen eigenen Porträtabend.

Mit dem Porträtkonzert IV geht die Reihe um Unsuk Chin, Composer in Residence des NDR Elbphilharmonie Orchesters, zu Ende. Zum Abschluss setzt sie ihr Schaffen in Beziehung zu einem Werk ihres ehemaligen Lehrers - György Ligeti. Der französische Dirigent Pascal Rophé leitet das Ensemble Musikfabrik.

Mo, 27.04.2020 | 19.30 Uhr
Elbphilharmonie Hamburg, Kleiner Saal (Platz der Deutschen Einheit 1)

Ensemble Musikfabrik
Pascal Rophé Dirigent
Rinnat Moriah Sopran
Nika Gorič Sopran
Guilhem Terrail Countertenor

UNSUK CHIN

  • Gougalon - Szenen aus einem Straßentheater für Ensemble
  • Double Concerto für Klavier, Schlagzeug und Ensemble
  • Cantatrix Sopranica
GYÖRGY LIGETI
Kammerkonzert

Restkarten sind ab dem 20. Juni um 10 Uhr an allen bekannten Vorverkaufsstellen erhältlich, ab 18 Uhr auch online.

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Von Kindheitserinnerungen inspiriert

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Unsuk Chins Musik überzeugt, weil sich in ihr das Artifizielle und das Ursprüngliche unlöslich verbinden. Das Ursprüngliche - das sind eine elementare Musizierlust, die Komponieren wie singende und spielende Darstellung gleichermaßen umfasst, eine Fantasie, wie sie in der Kindheit erblüht und danach nicht unbedingt verwelken muss, eine Offenheit für alte, im Volk und in Schriftform überlieferte Kulturtraditionen, die Faszination des Klangs in der Unendlichkeit seiner Erscheinungen.

"Gougalon" - das altdeutsche Wort hängt mit Gauklern, den Künstlern der Jahrmärkte und Volksfeste zusammen - wurde durch unversehens erweckte Kindheitserinnerungen an wandernde Theatertruppen inspiriert. "In diesem Stück ging es mir um eine 'imaginäre Volksmusik', die stilisiert, in sich gebrochen und nur scheinbar primitiv ist."

Das "Double Concerto" bringt die Solisten (Klavier und Schlagzeug) und ein 19-köpfiges Ensemble so zusammen, dass sie gemeinsam eine Klanggeschichte entwickeln, deren "Bezugspunkt in der westlichen wie in der außereuropäischen Welt liegt".

Kompositorische Strenge mit Sinn fürs Groteske

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György Ligeti (1923 - 2006) gehört zu den bedeutendsten Komponisten des 20. Jahrhunderts.

Zu "Cantatrix Sopranica" merkte die Komponistin an: "Ich liebe Sopranistinnen über alles. Aber jeder Beruf hat seine eigene 'déformation professionelle'; somit gibt es über jeden Beruf, auch über Sopranistinnen, ein Klischee, und gerade darum geht es in diesem Stück. Es ist ein Spiel mit und über Klischees", und: "Ich bemühte mich um eine größtmögliche Symbiose von sprachlichen und klanglichen Prozessen und hatte dabei die hoffentlich nicht unlautere Absicht, das Publikum nicht nur zu unterhalten, sondern auch zu amüsieren."

Ihr bisweilen harter Lehrer György Ligeti hätte die Werke mit Wohlgefallen gehört, verband sich doch auch bei ihm die selbst-unnachsichtige kompositorische Strenge mit Fantasie, mit einem Sinn für das Groteske und mit der uralten Kultur des befreienden Lachens.