Mandoline à la Avi Avital

Avi Avital wurde als erster Mandolinist zum Grammy nominiert und gewann bereits etliche internationale Wettbewerbe, u.a. den ECHO-Preis 2008.

Wer beim Stichwort "Mandoline"nur an die Klänge von neapolitanischen Kanzonen denkt, kennt Avi Avital noch nicht. Im Kleinen Saal der Elbphilharmonie gibt der israelische Mandolinist einen Überblick über das reiche und vielfältige Repertoire für Mandoline - von 1700 bis heute.

Mi, 07.03.2018 | 19.30 Uhr
Elbphilharmonie Hamburg, Kleiner Saal (Platz der Deutschen Einheit 1)

Avi Avital Mandoline
Lukasz Kuropaczewski Gitarre
Daniele Caminiti Theorbe
Sarah Verrue Harfe
Tamar Halperin Cembalo

GOFREDDO PETRASSI
Seconda Serenata-Trio
GIOVANNI GIROLAMO KAPSBERGER
Toccata Arpeggiata | Colascione für Theorbe
PAUL BEN-HAIM
Sonata a tre
ANTONIO VIVALDI
Sonate g-Moll RV 85
DOMENICO SCARLATTI
Sonata g-Moll K. 88
Sonata G-Dur K. 91
HANS WERNER HENZE
Carillon, Récitatif, Masque
DAVID BRUCE
Death is a friend of ours (Uraufführung, Auftragswerk des NDR)

In Kooperation mit NDR Das Alte Werk

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Instrument der Aristokraten

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Mit acht Jahren bekam Avi Avital seine erste Mandoline von einem Nachbarn, einem der renommiertesten klassischen Mandolinisten Israels, geschenkt.

Wo eine Mandoline ist, sind die Klischees nicht weit. Venezianische Gondoliere kommen einem in den Sinn, Ständchen unter dem Fenster einer Angebeteten, Bluegrass-Musiker mit Cowboy-Hüten ... Im 17. und 18. Jahrhundert aber ist die Sopranlaute zunächst ein beliebtes Instrument der aristokratischen Musikliebhaber. Vivaldis Kammermusik für Zupfinstrumente etwa ist dem Grafen Johann Joseph von Wrtby zugedacht. Von Italien aus zogen Mandolinen-Virtuosen in die wichtigen Musikstädte Europas und verbreiteten die Kunst des gepflegten Mandolinenspiels unter all den höheren Töchtern, die sich den Unterricht leisten konnten.

Neue Musik für die Mandoline

So ist es kein Wunder, dass gerade der Wahlitaliener Hans Werner Henze sich des italienischsten aller Instrumente annahm und 1962 mit seinem Trio für Mandoline, Gitarre und Harfe an die Tradition der Musik für Zupfinstrumente anknüpfte. Eine andere exquisite Kombination von Saiteninstrumenten fand Paul Ben Haim in seiner 1968 geschriebenen Sonate für Mandoline, Gitarre und Cembalo. Bis 2000 schlummerte dieses Werk vergessen in der Israel National Libary; Avi Avital bringt es nun wieder auf die Konzertpodien der Welt. Und was einem Komponisten von heute zum silbrig feinen Klang des zierlichen Instruments einfällt, das zeigt eine Uraufführung des britischen Komponisten David Bruce.