Sonntagsstudio

Literarischer Abend: Else Lasker-Schüler und der Aufbruch in die Moderne

Sonntag, 29. September 2019, 20:00 bis 22:00 Uhr

Im Jahr 1904 besuchte der letzte deutsche Kaiser Wilhelm II. das Stift Fischbeck, dessen Restauration er teilweise aus seinem Privatvermögen finanziert hatte. Bis heute ziert ein Reichsadler zu seinen Ehren die Holzdecke der Stiftskirche. Ausgehend von diesem Besuch beschäftigt sich das Festival "Wege durch das Land" mit der Jahrhundertwende und ihren künstlerischen Aufbrüchen. In der Dichtung stehen die Zeichen auf Erneuerung: Literarische Manifeste erscheinen zuhauf und spiegeln die Vorstellungen von der "Poesie des neuen Menschen".

Die Bohème Berlins

Else Lasker-Schüler © gemeinfrei
Else Lasker-Schüler

Besonders brodelt es in Berlin. Dort leben Künstler und Literaten wie die Brüder Heinrich und Julius Hart, Gottfried Benn, Rudolf Steiner, Gerhart Hauptmann - und Else Lasker-Schüler, die als Teil der Berliner Bohème in den literarischen Zirkeln Berlins als erste Frau ihre Gedichte vorträgt. Die deutsch-jüdische Dichterin wird schnell berühmt mit ihrer Lyrik, die schon um die Jahrhundertwende Elemente des Expressionismus vorwegnimmt.

"Umbruch im Geist"

Maren Kroymann © Milena Schlösser
Maren Kroymann

In einer musikalischen Lesung stellen Maren Kroymann, Sonja Beißwenger und Walter Kreye und der vielfach ausgezeichnete Kammerchor der Hochschule für Musik Detmold diese künstlerischen Aufbrüche der Jahrhundertwende vor. Eine Autorin, die in unserer Zeit für Aufbruchsstimmung einsteht, ist Marica Bodrožić. Erst mit zehn Jahren zog sie von Kroatien nach Deutschland und entwickelte ihre "zweite Muttersprache" später zu ihrer Literatursprache. Für "Wege durch das Land" und NDR Kultur schreibt sie eine Auftragsarbeit mit dem Titel "Ein Aufbruch ist ein Umbruch im Geist".

Musik: Hochschulchor Detmold, Ltg. Anne Kohler

Regie und Fassung: Anna Hartwich (NDR Kultur)

NDR Kultur Livestream

Am Abend vorgelesen

22:00 - 22:35 Uhr
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