Sonntagsstudio

Revolution im Wartesaal? Deutschland vor 100 Jahren

Sonntag, 04. November 2018, 20:00 bis 22:00 Uhr

Die Kieler Zeitung titelte am 9. November 1918: "Thronentsagung des Kaisers." © Landeshauptstadt Kiel

Revolution im Wartesaal? Deutschland vor 100 Jahren

NDR Kultur - Sonntagsstudio -

November 1918: Das Kaiserreich landet auf dem Müllhaufen der Geschichte, die Republik wird geboren. Wir diskutieren mit Historikern über Ursprünge und Folgen der Revolution.

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 "Die Revolution fand wegen schlechten Wetters im Saale statt", lästerte Kurt Tucholsky verbittert über das, was im November 1918 doch so hoffnungsvoll begonnen hatte: Ausgehend von der Meuterei der Matrosen in Wilhelmshaven und Kiel wurden binnen weniger Tage alle deutschen Dynastien hinweggefegt. Das Kaiserreich war am Ende, die Republik ausgerufen. Deutschland hatte seine erste Demokratie - aber was für eine? Im Gespräch mit Historikern versuchen wir aus ganz unterschiedlichen Perspektiven zu verstehen, was damals geschah, was geleistet wurde und was unterblieb.

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Die Meuterei der Matrosen brachte die Revolution ins Rollen.

Im Norden fing also alles an: Doris Tillmann, die Direktorin des Kieler Stadt- und Schifffahrtsmuseums, das gerade die Revolutions-Ausstellung "Die Stunde der Matrosen" zeigt, erklärt, woher die Aufständischen ihren Mut nahmen und warum es aus Sicht der Marineleitung eine ganz schlechte Idee war, sie in Kiel zu stationieren.

Der junge Historiker Robert Gerwarth hat mit dem Buch "Die größte aller Revolutionen" eine der differenziertesten (und nebenbei: auch eine der bestgeschriebenen) Studien über den November 1918 vorgelegt. Mit ihm treffen wir uns auf dem Westbalkon des Reichstags, wo Philipp Scheidemann vor 100 Jahren die Republik ausrief.

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Hier, auf dem Westbalkon des Reichstags, rief Philipp Scheidemann die Republik aus. Robert Gerwarth (re.) und Alexander Solloch folgen den historischen Spuren dieses 9. November 1918.

Und was geschah dann – und warum? Über die je nach Blickwinkel verhängnis- oder verdienstvolle Rolle der Sozialdemokratie streiten höchst leidenschaftlich der Sozialwissenschaftler Klaus Gietinger und der Friedrich Ebert-Biograph Walter Mühlhausen.

Eine Sendung von Alexander Solloch

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