NachGedacht

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Sie denken nach: Stephanie Pieper, Ulrich Kühn, Claudia Christophersen und Alexander Solloch.

Nachdenken, was in der Woche geschehen ist und in der Welt geschieht. Nachsinnen über Kulturereignisse, gesellschaftspolitische Bewegungen, Naturgewalten und Menschlich-Allzumenschliches - darüber, was alle (oder nur uns) auf- oder angeregt hat. Persönlich, kritisch und ein wenig bösartig wollen wir sein - jeden Freitag anders und neu.

Die Kolumnisten:

  • Stephanie Pieper

    Geboren in Nordhorn, aufgewachsen in Bremen, studiert in Berlin - mit Abstechern nach Nordirland und in die USA: Stephanie Pieper mag es, herumzukommen. Im Herzen aber ist sie stets Norddeutsche geblieben. Zuletzt war sie vier spannende Jahre lang Radiokorrespondentin im ARD-Studio London - und fand zum Glück trotz Brexit die Zeit, das herrliche Kulturleben in der britischen Hauptstadt zu genießen: von Ausstellungen in der Tate Modern über Konzerte in der Royal Albert Hall bis zu Stücken im West End. Selbstverständlich findet sie, dass Paul McCartney der größte Komponist des 20. Jahrhunderts ist. Zuvor war Stephanie Pieper bei Inforadio vom rbb in Berlin als Reporterin, Redakteurin und Moderatorin sowie in der Intendanz des Senders tätig. Jetzt leitet sie bei NDR Kultur die Hauptredaktion "Kulturelles Wort" in Hannover und genießt den Blick von ihrem Schreibtisch aus auf den Maschsee - in der Hoffnung, dass ihr dabei eine spritzige Idee für die "NachGedacht"-Kolumne kommt.

  • Alexander Solloch

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    Alexander Solloch

    Ein Gedanke: "Es ist wirklich erstaunlich, zu welch aufreizend hübschen Dingen einen das Missbehagen treiben kann." Kurt Tucholsky kam zu diesem Schluss: Verdruss über den Lauf der Dinge und das Treiben der Menschen erzeugt nur Schönes, nämlich Scharfsinn und Witz. Macht am Ende also Übellaunigkeit glücklich? Das wäre doch tieferen Nachdenkens wert. Und falls sich mal herausstellt, dass sogar Wohlbehagen aufreizend Hübsches entstehen lassen kann, dann wird Nachdenker Solloch das hinnehmen, wenn auch - verdrossen.

  • Claudia Christophersen

    Denkend lassen sich Zusammenhänge der Welt erfassen. Denken kostet Mühe, Kraft, Ausdauer. Es verblüfft, verunsichert, amüsiert und beflügelt. "Ich will verstehen", sagte Hannah Arendt in ihrem legendären Interview mit Günter Gaus. Also: Denken ist Notwendigkeit, ermöglicht Urteilsfähigkeit, Eigenständigkeit und damit Freiheit.

  • Ulrich Kühn

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    Ulrich Kühn

    Die Welt ist verrückt, und man muss es ihr sagen. Die Welt ist absurd, und man muss es ihr sagen. Wer macht die Welt absurd und verrückt? Du und ich und die Idioten da draußen. Drum liebe ich das Spiel mit der Sprache. Es ist das ernsteste Spiel. Es hebt Wahn und Witz ans Licht. Steht schon in der Bibel: "Deine Sprache verrät dich." Auch dich, Politiker. Auch dich, Intendantin. Und dich, toller Maler, der so vielsagend schweigt. Lauschen wir dem großen Geschwätz. Und vergessen wir nie: Auch Bilder sind geschwätzig. Denn die ganze Welt ist verrückt. Und einer muss es ihr sagen.

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