NachGedacht

Sie denken nach: Natascha Freundel, Ulrich Kühn und Alexander Solloch.

Nachdenken, was in der Woche geschehen ist und in der Welt geschieht. Nachsinnen über Kulturereignisse, gesellschaftspolitische Bewegungen, Naturgewalten und Menschlich-Allzumenschliches - darüber, was alle (oder nur uns) auf- oder angeregt hat. Persönlich, kritisch und ein wenig bösartig wollen wir sein - jeden Freitag anders und neu.

Die Kolumnisten:

  • Natascha Freundel

    "Die Geschichtsphilosophen haben die Welt nur verschieden verändert; es kömmt darauf an, sie zu verschonen." Nicht Karl Marx, Odo Marquard hat das nach Marx geschrieben. Das Problem notorischer Nachdenkerinnen und Nachdenkern ist, dass sie die Welt nicht verschonen können mit ihren Gedanken. Aber wie wäre es, über die Verschonung der Welt nachzudenken? Und weil wir es immer mit Sprache zu tun haben: über ihre Verschonung von verbaler Verrohung über Länder- und Gendergrenzen hinweg? Denn es kömmt ja auch darauf an, die Welt zu verschönern.

  • Alexander Solloch

    Bild vergrößern
    Alexander Solloch

    Ein Gedanke: "Es ist wirklich erstaunlich, zu welch aufreizend hübschen Dingen einen das Missbehagen treiben kann." Kurt Tucholsky kam zu diesem Schluss: Verdruss über den Lauf der Dinge und das Treiben der Menschen erzeugt nur Schönes, nämlich Scharfsinn und Witz. Macht am Ende also Übellaunigkeit glücklich? Das wäre doch tieferen Nachdenkens wert. Und falls sich mal herausstellt, dass sogar Wohlbehagen aufreizend Hübsches entstehen lassen kann, dann wird Nachdenker Solloch das hinnehmen, wenn auch - verdrossen.

  • Ulrich Kühn

    Bild vergrößern
    Ulrich Kühn

    Die Welt ist verrückt, und man muss es ihr sagen. Die Welt ist absurd, und man muss es ihr sagen. Wer macht die Welt absurd und verrückt? Du und ich und die Idioten da draußen. Drum liebe ich das Spiel mit der Sprache. Es ist das ernsteste Spiel. Es hebt Wahn und Witz ans Licht. Steht schon in der Bibel: "Deine Sprache verrät dich." Auch dich, Politiker. Auch dich, Intendantin. Und dich, toller Maler, der so vielsagend schweigt. Lauschen wir dem großen Geschwätz. Und vergessen wir nie: Auch Bilder sind geschwätzig. Denn die ganze Welt ist verrückt. Und einer muss es ihr sagen.

zurück
1/4
vor

Die Kolumnen in der Übersicht:

NachGedacht: "Völker, hört die Signale!"

20.04.2018 10:20 Uhr

Unsere Kolumne "Die NachDenker" heißt ab sofort "NachGedacht". In dieser Ausgabe denkt Natascha Freundel über den Weggang des Volksbühnenintendanten Chris Dercon nach. mehr

O teure Heimat!

13.04.2018 10:20 Uhr

Der NachDenker Alexander Solloch macht sich Gedanken zum neuen Heimatministerium und fragt sich, welche Punkte eigentlich ins Aufgabengebiet von Horst Seehofer fallen. mehr

Staunt, Leute, staunt!

06.04.2018 10:20 Uhr

Wie guckt man auf das Leben? Keine leichte Frage. Nur dass man gucken muss, das steht fest. Wie wäre es einen fast vergessenen Guck-Modus auszuprobieren, findet NachDenker Ulrich Kühn. mehr

Liebesgrüße nach Moskau

23.03.2018 10:20 Uhr

Nun wird es endlich Zeit, die Sanktionen gegen Russland zu lockern, meinen einige. Das hat Natascha Freundel nachdenklich gemacht, und so schreibt sie einen Brief nach Moskau. mehr

Der Leipziger Moment

16.03.2018 10:20 Uhr

Der NachDenker Alexander Solloch fragt sich, was wohl diesen Leipziger Moment ausmacht - und kommt zu dem Schluss: Es ist das Staunen darüber, dass es wirklich Wunder gibt. mehr