Der Musiker Phil Collins 1980 bei einem Konzert. © picture alliance / Avalon/Retna | Michael Putland Foto: Michael Putland

Nachtclub Classics: Soul statt Bombast

Sendung: Nachtclub Classics | 29.01.2021 | 21:00 Uhr | von Steeger, Goetz
61 Min

Die quirligen Drums wirkten bei Genesis oft ein wenig einsam im Monumentalsound der Keyboard und Gitarrenflächen plus dröhnendem Taurus-Basspedal. Nebenbei tobte sich Phil Collins ja schon bei der Band BrandX mit quirligem Jazz-Rock aus. Seine Hingabe zu Tamla Motown und sein Talent Ohrwürmer zu kreieren trat allerdings erst mit "Face Value" in Erscheinung.

Die Version des Genesis- Songs "Behind The Lines" auf dem Album wirkte damals fast wie ein Statement: weg vom behäbigen Bombastsound hin zu Up Tempo Groove mit knackigen Bläsersätzen, gespielt von den renommierten Phenix Horns. Der große Hit des Albums "In The Air Tonight" bediente mit seiner Düsterheit noch eher die Erwartungen des Genesis-Following. Allerdings herrschte hier auch ein neuer Minimalismus vor: 3 Harmonien, das Pattern eines Roland Drum-Computers und später im Song die knalligen Drums; dazu ein Text, der mit wenigen Worten nur andeutet, anstatt eine lange Genesis-Saga zu erzählen.

Phil Collins wurde im Laufe der 80er der Inbegriff von Pop-Mainstream mit seinen aufeinanderfolgenden Hits, die sich doch sehr ähnelten. "Face Value" strahlt dagegen eine kreative Frische aus, die auch 40 Jahre später noch Spaß macht.