Sendedatum: 01.02.2018 11:20 Uhr

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Geier Sturzflug - "Bruttosozialprodukt"

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Die Band Geier Sturzflug im Jahr 1984 © picture-alliance / KPA Copyright Foto: 90060/KPA
Die Band Geier Sturzflug landet im Jahr 1983 mit dem Lied "Bruttosozialprodukt" vier Wochen auf Platz eins der Hitparade.

1983 ist das "Bruttosozialprodukt" der Band Geier Sturzflug vier Wochen lang auf Platz eins der Hitparade. Seinen Ursprung hat der Song aber in den 70er-Jahren. Da schreibt Geier-Sturzflug-Sänger Friedel Geratsch das Lied in seiner Zeit als Straßenmusiker. Der Text über die Arbeitswut ist inspiriert von seiner Zeit als Kaufmann in einem Elektrogroßhandel. "Alles, was da drin vorkommt, das ist wirklich erlebt. Dort in der Firma hat es ein paar Leute gegeben, Frührentner aus dem Bergbau - die alle eine gute Rente hatten, aber die das Arbeiten nicht sein lassen konnten", so Geratsch. Das Lied entsteht also lange vor der Neuen Deutschen Welle.

Geier Sturzflug: Plattenvertrag bei Trikont-Verlag

Geier Sturzflug bekommen ihren ersten Plattenvertrag beim alternativen Trikont-Verlag, der Musik abseits des Massengeschmacks veröffentlicht. "Damals gab es diesen Begriff 'Neue Deutsche Welle' nicht. Es war einfach so: Im Zuge dieser Punk-Geschichte und New Wave aus England hat sich in Deutschland eine Musik entwickelt, die es vorher so nicht gegeben hat. Vor allem auch, weil ja auf Deutsch gesungen worden ist." Aber diese neue alternative deutsche Musik schafft es auf einmal in die Top Ten. Also unterschreiben Geier Sturzflug beim Plattenriesen Ariola.

Im Frühjahr 1983 wird der Song noch kaum von den Radiosendern gespielt. Denn "Bruttosozialprodukt" wird als Hymne auf die Arbeitsmoral missverstanden - das ist zu heißer Stoff in unruhigen Zeiten des politischen Umbruchs. Erst als Helmut Kohl im März 1983 zum Bundeskanzler gewählt wird, bekommen Geier Sturzflug ihren ersten Fernsehauftritt. Das Warten und Ausharren der Band bringt Erfolg. Trotzdem bewahren sich Geier Sturzflug die Anarchie: In der ZDF-Hitparade singt Sänger Friedel nicht die Zeile "Und am Mittwoch kommt die Müllabfuhr und holt den ganzen Plunder", so wie auf der Single - sondern "Am Mittwoch kommt die Müllabfuhr und holt sich einen runter." Dieter Thomas Heck ist darüber empört.

Aber wer weiß: Vielleicht hatte Heck ja sogar die feinen Wortspiele des Textes bemerkt und Gesellschafts- und Konsumkritik entziffert. Dass damals ansonsten kaum jemand die Ironie von "Bruttosozialprodukt" verstand, kommentiert der Geier-Sturzflug-Sänger Friedel Geratsch mit noch mehr Ironie: "Die 700.000, die das damals gekauft haben, die habe ich alle persönlich gefragt, die haben das verstanden. Ob alle anderen, die das nur im Radio gehört haben, verstanden haben, das konnte ich natürlich nicht nachprüfen!"

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Die Mitglieder der Gruppe ABBA: Anni-Frid, Benny, Björn und Agnetha © picture-alliance / Mary Evans Picture Library

Die Geschichte zum Hit

Die bekanntesten Lieder der letzten 50 Jahre sind aus der Musikgeschichte nicht mehr wegzudenken. Bei NDR 1 Niedersachsen hören Sie die Geschichte hinter den Songs. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | 01.02.2018 | 11:20 Uhr

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