Stand: 18.08.2016 14:10 Uhr

Nervöses Zucken im Wacken-Lager

Wacken-Open-Air-Mitgründer Holger Hübner nimmt im Interview mit NDR.de Stellung zur von vielen Fans kritisierten Entwicklung des W:O:A-Eintrittspreises. Hübners Argumentation ist größtenteils so schlüssig wie altbekannt - die Vorwürfe sind ja auch nicht neu.

Nervöse Reaktion auf Widerborstigkeit?

Einzig die Tatsache, dass die Tickets für kommendes Jahr deutlich weniger gut weggehen als in den Vorjahren, vermag möglicherweise ein Heben der Augenbrauen zu verursachen. Ist an der Stelle etwa der zarte Ansatz eines widerborstigen Aufbäumens seitens des Wacken-Publikums zu beobachten? Gar nichts los, ausverkauft sein werden wir höchstwahrscheinlich trotzdem, sagt Hübner im Interview. Und veröffentlicht eine Stunde nach Erhalt der Interviewfragen auf der Wacken-Website ein Statement, das im Grunde genau dem Inhalt seiner Antworten im Interview entspricht. Es wirkt nervös.

Von der Preissteigerung zur Preissenkung

Gar nichts los, aber um Verständnis werben? Das ist zumindest kurios. Dabei ist Wacken doch - da hat Hübner völlig recht, vergleichsweise schleppender Ticket-Ausverkauf hin oder her - längst ein Selbstläufer. Es wirkt trotzdem ein bisschen so, als wolle man die Preissteigerung als Preissenkung verstanden wissen - dabei haben hauptsächlich sehr früh anreisende Fans etwas davon. Ob diese die Mehrheit der Besucher darstellen, darf bezweifelt werden.

Vier Tage Zelten in bunter Kulisse

Allerdings wird ja niemand gezwungen, zum W:O:A zu fahren. Man kann es auch so sehen: 220 Euro für vier Tage Zelten auf dem Land im schönen Schleswig-Holstein ist doch ganz nett. Obendrauf gibt's ja auch noch die Mischkulisse aus Kölner Karneval und Oktoberfest mit Musik an diversen Ecken. Und wer ein reines - und billigeres - Metal-Festival sucht, fährt eben woanders hin.

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Eine Frau mit E-Gitarre auf der Schulter zeigt auf dem Wacken-Festivalgelände den Metalgruß. © dpa-Bildfunk Foto: Axel Heimken

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06.08.2016 | 00:00 Uhr