Wasserballtraining bei 3 Grad Celsius

Stand: 18.12.2020 20:35 Uhr

Wegen der Corona-Pandemie sind auch die Schwimmbäder im Land geschlossen. Drei Wasserballspieler haben für das Problem eine Lösung gefunden: Sie trainieren in der Nordsee.

28 Grad Wassertemperatur im Hallenbad - unter diesen Bedingungen bereitet sich Sarah Bauer normalerweise auf die kommende Wasserballsaison vor. Derzeit ist es kälter, sehr viel kälter: Mehr als drei Grad sind nicht drin, und das unter freiem Himmel. Die Trainerin und Spielerin der Meldorf Seals muss auf die Nordsee in der Meldorfer Bucht ausweichen, wenn sie ihr Schwimmtraining absolvieren will. Schuld ist natürlich Corona. "Wir sind einfach Wasserratten und uns fehlt ziemlich, dass das Schwimmbad schon länger zu hat. Irgendwoher müssen wir uns unser Wasser holen", erklärt Bauer grinsend.

Nur noch der harte Kern ist dabei

Eine junge Frau badet in der Nordsee.
"Das bringt einfach einen Riesenspaß und macht gute Laune", sagt Sarah Bauer - sie trainiert jede Woche zwei Mal in der kalten Nordsee.

Die Grundschullehrerin gehört zum harten Kern der Meldorf Seals. Zusammen mit einer weiteren Spielerin und dem Spartenleiter geht sie in diesem Winter regelmäßig ins Wasser. "Erstmal fangen die Hände und Füße an richtig taub zu werden, das sieht man auch gleich beim Ballwerfen," erklärt Bauer, "das klappt nicht so gut wie normalerweise." Im Sommer fing ein großer Teil des Wasserballteams an, zusammen unter freiem Himmel zu trainieren. Der Rest des Teams sei irgendwann ausgestiegen, es wurde einfach zu kalt. Jetzt sind sie nur noch zu dritt.

Nach fünf Minuten ist Schluss

Zusammen mit Spielerin Susan Tharra und Spartenleiter Hubert Thoma wirft sich Bauer die Bälle im eiskalten Wasser vor traumhafter Sonnenuntergangskulisse zu. Nach fünf Minuten ist Schluss. Länger hält auch die abgehärtete Wasserballtrainerin trotz der Bewegung nicht durch: "Nach dem Schwimmen fängt das Zittern an, das kann man gar nicht mehr unterdrücken." Damit sie die kalten Temperaturen übersteht, hat Sarah Bauer einen Trick: "Meine Geheimwaffe ist warmes Wasser, damit die Zehen nicht so weh tun", verrät sie, während sie sich den Inhalt einer Thermoskanne über die Füße kippt.

Ihrer Mitspielerin ist die Kälte derweil deutlich anzusehen. "Das Zittern ist, damit man wieder warm wird", erzählt Susan Tharra mit einem Lächeln im Gesicht, während ihr ganzer Körper bebt. Trotzdem: Noch mindestens bis zum nächsten Sommer wollen sie es durchziehen. Zwei Mal pro Woche. Egal, wie kalt das Wasser ist.

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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 18.12.2020 | 19:30 Uhr

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