Schenefeld ist belasteten Faulschlamm los

Stand: 21.09.2022 18:33 Uhr

In Schenefeld im Kreis Pinneberg hat ein riesiger Haufen Faulschlamm jahrelang für Ärger gesorgt. Das Problem: Keine Deponie wollte den belasteten Boden annehmen. Nun ist er aber entsorgt worden.

von Katharina van der Beek

Der Faulschlamm lag jahrelang mitten im Naherholungsgebiet in Friedrichshulde. Er war 2019 im Auftrag der Stadt aus einem Regenrückhaltebecken ausgebaggert worden. Aber keine Deponie wollte den mit Kupfer, Cadmium und Zink belasteten Boden annehmen. Jetzt die Erleichterung: Der Faulschlamm ist endlich entsorgt.

"Das ist eine riesige Entlastung. Wir hatten schon sehr viel Arbeit damit und haben sehr viel Zeit darauf verwendet", so Bürgermeisterin Christiane Küchenhof. "Das ist ein Naherholungsgebiet, was sehr stark frequentiert wird. Von Spaziergängern, von Menschen, die mit ihren Hunden dort um den See gehen, von Menschen, die von Schenefeld nach Hamburg wandern."

Mehrere Deponien lehnten Faulschlamm ab

Die GAB - die Gesellschaft für Abfallwirtschaft und Abfallbehandlung im Kreis Pinneberg - hatte zunächst Deponien in Flensburg und Niedersachsen für die Entsorgung angefragt. Doch wegen der Schadstoffe im Schlamm lehnten beide ab. Schließlich hat die GAB eine Deponie in Schönberg in Mecklenburg-Vorpommern gefunden, zu der die 4.000 Tonnen Faulschlamm nun abtransportiert wurden. Nach ersten Schätzungen nach der Analyse von Drohnenbildern hatte Schenefeld zunächst sogar mit 6.000 Tonnen Faulschlamm gerechnet. Das es nun weniger war, liegt laut Küchenhof auch an der langen Trockenphase im Sommer. Dadurch sei Gewicht verloren gegangen. "Das war dann wieder Glück im Unglück." Dennoch: Die Kosten liegen wesentlich höher als vor zwei Jahren gedacht. Für Bodenproben, die Suche nach einer Deponie und den Abtransport werden laut Küchenhof 1,3 bis 1,5 Millionen Euro anfallen. Auch, weil der Boden eben belasteter war als zunächst gedacht, denn damit steigen auch die Kosten für die Deponie.

Faulschlamm-Problem soll sich nicht wiederholen

"Das Problem ist grundsätzlich, dass wir einfach zu wenig Deponien haben, die solchen Boden annehmen", so Küchenhof. Deshalb soll die Verwaltung jetzt vorsorgen und ein Konzept erarbeiten. Es gehe darum in Zukunft präventiv möglichst viel Schlamm zu vermeiden, so die Bürgermeisterin.

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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein 18:00 | 21.09.2022 | 18:00 Uhr

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