"Sturmebbe": Wind legt Watt vor Büsum frei

Stand: 17.11.2022 20:23 Uhr

Die Sturmsaison geht wieder los: Der Wind hat bereits erste Schäden verursacht - und für extremes Niedrigwasser gesorgt.

Es pustet und stürmt - der Donnerstag hatte es in sich und so kam es auch zu ungewohnten Anblicken. Der starke Wind aus südöstlicher Richtung hat in der Elbmündung und an der Nordseeküste für eine seltene, sogenannte "Sturmebbe" mit extremen Niedrigwasser gesorgt. Laut Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie ist das seit der Jahrtausendwende erst zweimal vorkommen, und zwar am 1. und 17. März 2018.

Extremes Niedrigwasser legt Elbfähre lahm. © Daniel Friederichs
Weil der Sturm das Wasser vom Land weg drückte, konnten viele Fähren nicht fahren.
Kein Wasser mehr vor Büsum

Die Pegel in Büsum (Dithmarschen) und Husum (Nordfriesland) waren nach Angaben des Bundesamtes sogar so stark gesunken - Experten sprechen von "trocken gefallen" - dass man kilometerweit ins Wattenmeer hätte gehen können, ohne nasse Füße zu bekommen. Wegen des fehlenden Wasser fielen am Donnerstag auch einige Fährverbindungen aus. So strich die Wyker Dampfschiffs-Reederei zahlreiche Verbindungen ab Amrum, Föhr, Dagebüll, Schlüttsiel, Hooge und Langeneß. Andere Verbindungen wurden nach vorn oder hinten verschoben, auch Zusatzfahrten angesetzt. Auch die Elbfähre zwischen Glückstadt und Wischhafen fuhr bis zum späten Nachmittag nicht.

Sturm sorgt für Schäden auf Helgoland

Besonders die Insel Helgoland spürte den Beginn der Sturmsaison. Bauzäune stürzten um, Dachziegel flogen durch die Luft, Fassadenteile lösten sich. Die Schiffsverbindung von Cuxhaven nach Helgoland war unterbrochen. Auch die Dünenfähre, die die Hauptinsel mit der Badedüne verbindet, ist wegen des Sturms am Donnerstag nicht gefahren. Noch bis zum Abend hatte der Deutsche Wetterdienst vor orkanartigen Böen mit Windgeschwindigkeiten um 105 Kilometer pro Stunde gewarnt.

Wind aus Südosten trifft Insel besonders stark

Ein zusammengefallenes Bierzelt bei einem Unwetter auf Helgoland. © NDR Foto: Sten Wessles / Paul Wessels
Ein Festzelt konnte den Böen auf Helgoland am Donnerstag nicht standhalten.

Dass der Wind aus südöstlicher Richtung kam, war für Helgoland besonders unvorteilhaft. Denn meist treffen Stürme und starke Winde westlich auf die Insel. Dann schützt der Lummenfelsen den Ort und die Häuser vor den Böen. Wenn der Wind aber vom Süden her kommt, trifft er direkt auf den Ort, die Landungsbrücken, vordere Wohnhäuser und Hotels.

Im Gegensatz dazu ist der Wasserstand an der Ostseeküste aufgrund der Windrichtung sehr hoch. In Flensburg gab es bereits am Mittwoch das erste Hochwasser in diesem Herbst.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Schleswig-Holstein Magazin | 17.11.2022 | 19:30 Uhr

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