Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bei der Verleihung des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. © picture alliance

Soziales Engagement: Verdienstkreuz für Norderstedterin

Stand: 30.09.2022 19:27 Uhr

Eine Norderstedterin ist am Freitag im Schloss Bellevue von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD) geehrt worden. Die 47-Jährige macht sich für die Rechte behinderter Menschen stark.

Kerstin Scheinert aus Norderstedt (Kreis Segeberg) hat das Verdienstkreuz am Bande bekommen. Seit fünfzehn Jahren engagiert sie sich als Werkstatträtin der Segeberger Wohn- und Werkstätten. Sie ist hier Vorsitzende und Gesamtwerkstatträtin. Auch der Landesarbeitsgemeinschaft der Werkstatträte in Schleswig-Holstein sitzt sie vor.

Scheinerts Weg zu ihrem jetzigen Engagement beginnt vor vielen Jahren nach einem schweren Unfall: Mit 19 Jahren ändert sich das Leben von Kerstin Scheinert von einem auf den anderen Tag. Damals ist die begeisterte Reiterin auf ihrem Pferd im Wald unterwegs, als das Pferd aufschreckt und die junge Frau mit dem Kopf gegen einen Baum schlägt. Die Folgen des Unfalls sind folgenreich. Die heute 47-Jährige aus Norderstedt (Kreis Segeberg) ist seither linksseitig gelähmt und sitzt im Rollstuhl. Auf dem rechten Auge ist sie blind. Doch ihre Behinderungen haben sie nicht davon abgehalten, aktiv zu werden und sich mit ihrer Arbeit für die Rechte behinderter Menschen einzusetzen.

Kerstin Scheinert ist Werkstatträtin der Segeberger Wohn- und Werkstätten

Heute trägt Kerstin Scheinert maßgeblich dazu bei, die Lebens- und Arbeitsbedingungen von rund 12.000 Menschen mit Behinderung in Schleswig-Holstein zu verbessern. "Ich setze mich dafür ein, dass Menschen mit Behinderung, die in Werkstätten arbeiten, sichtbarer gemacht werden und präsenter werden in unserer Gesellschaft", erzählt die Norderstedterin.

Unserer Hauptaufgabe ist die Interessenvertretung auf politischer Ebene

Als Werkstatträtin in der Werkstatt Henstedt-Ulzburg (Kreis Segeberg) macht die Norderstedterin sich schon seit 2007 für die Rechte der Beschäftigten stark. Dazu gehören: bessere Arbeitsbedingungen, Frauenrechte, der Schutz von Frauen und mehr Mitwirkung und Mitbestimmung der Beschäftigten. "Unsere Hauptaufgabe ist die Interessenvertretung auf politischer Ebene, also gegenüber der Politik", so die 47-Jährige. "Der Vorstand hat sich zur Aufgabe gesetzt, die Werkstatträte in SH zu beraten und zu unterstützen in ihrer Arbeit."

Das diesjährige Motto in Berlin: "Brücken bauen"

Kerstin Scheinert war nicht die Einzige die geehrt wurde. Unter dem Motto "Brücken bauen" wurden mit Scheinert 19 weitere Menschen aus Deutschland geehrt. Kerstin Scheinerts "Brücke" ist ihr Engagement für die gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Behinderungen. Damit treibt sie die Inklusion in Schleswig-Holstein weiter voran.

Dieses Thema im Programm:

Moin! Der Tag in Schleswig-Holstein | 30.09.2022 | 16:35 Uhr

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