Stand: 24.05.2018 16:02 Uhr

Osnabrück: Baby starb an Schlägen gegen Kopf

Die Todesursache des Säuglings aus Osnabrück, der mutmaßlich von seinem Vater schwer misshandelt wurde, liegt vor. Zwei Tage nach dem Tod des kleinen Jungen erklärte Oberstaatsanwalt Alexander Retemeyer am Donnerstag: "Die Obduktion hat ergeben, dass massive Gewaltanwendung gegen den Kopf die Todesursache war." Das am 11. Mai geborene Kind war am Dienstagnachmittag im Krankenhaus verstorben. Der 24 Jahre alte Vater soll den Jungen am 15. Mai geschlagen haben und sitzt wegen des Vorwurfs des vollendeten Totschlags bereits in Untersuchungshaft.

Schläge, um das Baby ruhig zu stellen

Zunächst hatte der Mann behauptet, dass Baby sei von einem Hund attackiert und verletzt worden. Eine rechtsmedizinische Analyse hat diese Aussage widerlegt. Daraufhin hatte er gegenüber der Polizei gestanden, den erst wenige Tage alten Säugling geschlagen zu haben, um ihn ruhig zu stellen.

Mutter bei Tat nicht dabei

Die Mutter des Kindes soll bei den Misshandlungen nicht dabei gewesen sein. Über die Rolle der 24 Jahre alten Frau hatte Oberstaatsanwalt Alexander Retemeyer kurz nach der Tat gesagt: "Wir gehen davon aus, dass sich die Mutter zum Tatzeitpunkt nicht in der Wohnung aufgehalten hat." An der erlogenen Hundegeschichte sei sie aber beteiligt gewesen. Gegen sie wird nicht ermittelt.

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Jugendamt hatte Hilfe angeboten

Das Jugendamt war im Vorfeld der Tat eingeschaltet. Ein Sprecher sagte NDR 1 Niedersachsen, dass es zuvor Hinweise aus dem Umfeld der Familie gegeben habe und das Amt daher Hilfe angeboten habe. Dabei sei es allerdings nicht um das Thema Gewalt gegangen. Es habe daraufhin Gespräche mit den Eltern gegeben. Am Freitag teilte eine Sprecher ergänzend dazu mit: "Dabei ist klar geworden, dass die Familie Hilfe braucht." Das Jugendamt habe Angebote gemacht, die Eltern seien "sehr kooperativ" gewesen. Das Jugendamt habe aber keine Hinweise darauf gehabt, dass das Kindeswohl akut gefährdet ist. Laut Stadt wurde vereinbart, dass die Eltern sich nach der Geburt melden. "Wer genau aus dem Umfeld des Paares den Hinweis gegeben hat, werden wir aus persönlichkeitsrechtlichen Gründen nicht sagen", erklärte Stadtsprecher Sven Jürgensen.

Tat kurz nach Verlassen der Geburtsklinik

Nach Angaben des Oberstaatsanwalts hatten die Eltern das Kind erst am Mittag des 15. Mai aus der Geburtsklinik zu sich nach Hause geholt. Am späten Nachmittag wurde es wieder ins Krankenhaus eingeliefert. Das Tatgeschehen habe sich nach aktuellen Angaben des Vaters in der Zwischenzeit in der Wohnung der Familie abgespielt. "Das Kind ist nur vier Stunden in der Obhut der Eltern gewesen", sagte Retemeyer.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Osnabrück | 23.05.2018 | 11:00 Uhr

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