Ein Panzer mit zwei Soldaten im Einsatz. © Bundeswehr

Moorbrand: Bundeswehr bei Wiedervernässung noch konzeptlos

Stand: 03.02.2021 21:45 Uhr

Auch gut zweieinhalb Jahr nach dem Moorbrand bei Meppen hat die Bundeswehr noch kein Gesamtkonzept dafür, wie durch das Feuer geschädigte Moorflächen wiedervernässt werden können.

Vom Moorbrand - dessen Rauschwaden bis in den Weltall zu sehen waren - war 2018 insgesamt eine Fläche von mehr als 1.000 Hektar betroffen. Bislang waren Gutachter vor Ort und haben sich ein Bild davon gemacht, welche Flächen schwer oder nur leicht durch das Feuer beschädigt worden sind. Der Bericht ist in Arbeit, wie NDR 1 Niedersachsen berichtet. Besonders im Fokus stehen dabei die Tinner und Staverner Dose-Gebiete, die als lebendes Hochmoor erfasst sind. Dort weisen laut Bundeswehr 20 Prozent der Fläche mäßig starke bis starke Schäden durch den Einbrand in den Torf auf. Und genau dort laufen schon erste Maßnahmen. Ein 100 Hektar großes Niedermoor-Komplex im Norden der Tinner Dose ist bereits wiedervernässt, dort hat die Bundeswehr den Bach Lathener Beeke angestaut. Weitere Staugräben sind geplant.

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Bundeswehr hat bereits 17 Millionen Euro bezahlt

Bei der Bezahlung der Schäden ist die Bundeswehr inzwischen weiter. 17 Millionen Euro wurden gezahlt. Allein acht Millionen Euro flossen für die Amtshilfe - also für Einsatzkräfte, die den Moorbrand gelöscht haben, sowie für die Einsatzgeräte. Inzwischen haben auch Anwohner ihre Schäden ersetzt bekommen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Osnabrück | 03.02.2021 | 17:00 Uhr

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