Stand: 24.06.2019 17:05 Uhr

Durchsuchung: Kein Hinweis auf Anschlagspläne

Der Terrorverdacht gegen einen 33-jährigen Asylbewerber aus dem Landkreis Osnabrück hat sich offenbar nicht erhärtet. Ermittler durchsuchten nach Informationen von NDR 1 Niedersachsen in Belm-Vehrte die Wohnung des Mannes. Dabei wurde laut Staatsanwaltschaft nichts gefunden, was auf einen geplanten Anschlag hindeuten würde - weder Waffen noch Sprengstoff oder Bomben-Zubehör. Auch die Auswertung der Computer des Mannes habe keine entsprechende Spur ergeben, so ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Osnabrück.

derMann soll von "Märtyrertod" gesprochen haben

Der Fall war am vergangenen Freitag im Landtag bekannt geworden: Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) hatte dort mitgeteilt, dass die Sicherheitsbehörden den 33-Jährigen festgenommen hätten, weil dieser angedroht habe, sich in Berlin in die Luft zu sprengen. Der Mann ist als Gewalttäter bekannt und gilt als "Hochrisikofall im Bereich häuslicher Gewalt". Er habe angekündigt, er wolle den Märtyrertod sterben, so Pistorius. Wie genau die Polizei von diesen angeblichen Plänen erfahren hat, ist unklar. Das niedersächsische Innenministerium wollte sich dazu bisher nicht äußern.

Psychologische Begutachtung geplant

Die Staatsanwaltschaft hat eine psychologische Begutachtung des Mannes beauftragt. Auf diese Weise soll überprüft werden, ob der 33-Jährige überhaupt zurechnungsfähig ist. Die Behörde hat dafür 14 Tage Zeit, denn der Mann aus dem Libanon wurde wegen des Verdachts einer bevorstehenden terroristischen Straftat für 14 Tage in Präventivhaft genommen. Gemäß dem neuen Polizeigesetz kann der Freiheitsentzug noch zweimal auf maximal 35 Tage verlängert werden.

Eigene Frau geschlagen und bedroht

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Der 33-Jährige war mehr als ein Jahr in der JVA Lingen inhaftiert. (Archivbild)

Der wegen verschiedener Delikte vorbestrafte Mann war erst im Februar aus der Haft entlassen worden. Er hatte mehr als ein Jahr wegen Körperverletzung in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Lingen gesessen. Er soll unter anderem seine Frau mehrfach geschlagen, beleidigt und mit dem Tode bedroht haben. Wie eine Sprecherin des Innenministeriums sagte, versucht das Land aktuell, Ersatzpapiere zu beschaffen, um ihn abzuschieben.

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Osnabrück | 24.06.2019 | 17:00 Uhr

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