Stand: 18.05.2018 14:50 Uhr

Baby angegriffen: Mutter war bei Tat nicht dabei

Im Fall des Säuglings aus Osnabrück, der mutmaßlich von seinem Vater lebensgefährlich verletzt wurde, soll die Mutter nicht bei der Tat dabei gewesen sein. Über die Rolle der 24 Jahre alten Frau bei dem Vorfall vom Dienstag sagte Oberstaatsanwalt Alexander Retemeyer am Freitag: "Wir gehen davon aus, dass sich die Mutter zum Tatzeitpunkt nicht in der Wohnung aufgehalten hat." An der erlogenen Hundegeschichte sei sie aber beteiligt gewesen. Gegenüber der Polizei hatte der Vater zunächst angegeben, ein fremder Hund hätte das Baby attackiert. Eine rechtsmedizinische Analyse hat diese Aussage aber widerlegt. Der Vater habe bei seiner Vernehmung angegeben, dass die Mutter nichts mit der Tat zu tun gehabt habe. Die Ermittlungen dauern an. Nach der lebensgefährlichen Verletzung am Kopf ist der Zustand des Kindes weiterhin kritisch, aber laut Retemeyer derzeit zumindest stabil. Allerdings sagte er am Freitag auch: "Sollte das Kind überleben, so sind bleibende Schäden zu befürchten."

Fassade des Kinderhospitals Osnabrück

Hundeattacke auf Baby erlogen: Vater in Haft

Hallo Niedersachsen -

Der lebensgefährlich verletzte Säugling, der angeblich von einem Hund gebissen worden sein soll, ist offenbar von seinem Vater misshandelt worden. Er wurde festgenommen.

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Jugendamt hatte Hilfe angeboten

Am Donnerstag war bekannt geworden, dass das Jugendamt im Vorfeld der Tat eingeschaltet war. Ein Sprecher sagte NDR 1 Niedersachsen, dass es zuvor Hinweise aus dem Umfeld der Familie gegeben habe und das Amt daher Hilfe angeboten habe. Es habe daraufhin Gespräche mit den Eltern gegeben. Am Freitag teilte eine Sprecher ergänzend dazu mit: "Dabei ist klar geworden, dass die Familie Hilfe braucht." Das Jugendamt habe Angebote gemacht, die Eltern seien "sehr kooperativ" gewesen. Das Jugendamt habe aber keine Hinweise darauf gehabt, dass das Kindeswohl akut gefährdet ist.

Keine Ermittlungen gegen Jugendamt

Laut Stadt wurde vereinbart, dass die Eltern sich nach der Geburt melden. "Wer genau aus dem Umfeld des Paares den Hinweis gegeben hat, werden wir aus persönlichkeitsrechtlichen Gründen nicht sagen", erklärte Stadtsprecher Sven Jürgensen. "Es gibt keinen Anfangsverdacht für Versäumnisse", sagte Oberstaatsanwalt Retemeyer. "Gegen die Mitarbeiter des Jugendamtes der Stadt Osnabrück ermitteln wir nicht, das ist absurd", betonte er am Freitag. Staatsanwaltschaft, Polizei und Stadt wollten keine näheren Angaben zum Hintergrund der Familie machen.

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Der verletzte Säugling in Osnabrück wurde offenbar nicht, wie von den Eltern behauptet, von einem Hund attackiert. Der Vater steht nun selbst unter Verdacht. Video

Vater in U-Haft

Derweil sitzt der Vater des wenige Tage alten Kindes seit Donnerstag in Untersuchungshaft. Gegen den 24-Jährigen wird wegen versuchten Totschlags ermittelt. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft gegenüber NDR 1 Niedersachsen hat der Mann zugegeben, den Säugling geschlagen zu haben. Das Kind habe geschrien, da habe er es ruhig stellen wollen, habe der Vater ausgesagt. Es wird auch geprüft, ob das Kind geschüttelt wurde.

Nach Angaben des Oberstaatsanwalts hatten die Eltern das Kind erst am Dienstagmittag aus der Geburtsklinik zu sich nach Hause geholt. Am späten Nachmittag wurde es wieder ins Krankenhaus eingeliefert. Das Tatgeschehen habe sich nach aktuellen Angaben des Vaters in der Zwischenzeit in der Wohnung der Familie abgespielt. "Das Kind ist nur vier Stunden in der Obhut der Eltern gewesen", sagte Retemeyer.

Dieses Thema im Programm:

Hallo Niedersachsen | 17.05.2018 | 19:30 Uhr

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