Stand: 12.08.2018 10:06 Uhr

Lack, Latex und nackte Haut auf dem Laufsteg

von Nil Idil Cakmak
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Die Models sind für ihren Auftritt bei der Fashion Show perfekt vorbereitet.

In einem Container - groß wie drei Wohnwagen - bereiten fünf Designer ihre Models auf die Gothic Fashion Show auf dem M'era-Luna-Festival vor. In weniger als 30 Minuten geht es los. Eigentlich ist hier nichts Ungewöhnliches zu sehen. Es gibt drei Schminktische, auf denen Lidschattenpaletten, Wimperntusche und Puder liegen, einen kleinen Kühlschrank mit Erfrischungsgetränken und zwei Kleiderstangen voller Designerstücke. Die Atmosphäre ist familiär und freundlich.  

Netzstrumpfhosen und Fetisch-Masken

Die Bekleidung der Models ist jedoch ein ungewöhnlicher Anblick. Zumindest für jeden, der die Gothic-Szene nicht kennt. Ob Netzstrumpfhose und Lackschuhe mit zehn Zentimeter hohe Absätzen, Tüll-Gewand oder Fetisch-Maske - hier ist alles erlaubt. Das ist auch wichtig für Martin Sprissler. Schon zum neunten Mal veranstaltet er die Modenschau auf dem M'era-Luna-Festival.  

Eine Fashion-Show der anderen Art

Gothic hat unterschiedliche Stile

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Die Mode von dem Label Rohmy ist erstmals bei der Show zu sehen.

Die präsentierte Mode steht für die verschiedenen Stile der Gothic-Szene, so Sprissler. Deshalb wählt er für die Gothic Fashion Show stets unterschiedliche Designer aus. Sie arbeiten zum Beispiel ausschließlich mit Latex, kreieren düstere Mode oder sogar Haute Couture, wie etwa Myriam Theresia Rohrer. Die junge Designerin ist mit ihrem Label Rohmy zum ersten Mal dabei und vor der Show ein wenig aufgeregt. Ihre maßgeschneiderten Kleider bestehen aus weich fließenden Stoffen, wie sie sagt, und sind außerhalb der Gothic-Szene besonders bei Bräuten beliebt. Ihr besonderer Stil ist auch schon im Ausland bekannt. 2014 betitelte die britische "Vogue" ihre Mode als "Ropework Couture".  

Eine beliebte Show

Wenige Minuten vor der Show perfektionieren die Models ihr Make-Up. Die meisten schminken sich hier selbst oder helfen sich gegenseitig beim Styling. Zur gleichen Zeit beginnt der Einlass. Kaum sind die Tore zum Hangar, in dem die Modenschau stattfindet, geöffnet, sind schon alle Stuhlreihen besetzt. Wie beliebt die Show ist, wird spätestens klar, als aus Sicherheitsgründen keine weiteren Zuschauer mehr reingelassen werden können.

Tattoos und nackte Haut

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Haut zu zeigen, gehört bei der Gothic Fashion Show dazu.

Während unter den rund 30 Models nur drei männliche dabei sind, scheint das Verhältnis unter den Zuschauern ausgewogener zu sein. Die Stimmung ist ruhig und gespannt. Kurz vor der Show erscheint eine Warnmeldung auf der Leinwand hinter dem Catwalk: "Achtung! Die folgende Show könnte Blut, Nacktheit oder extreme Körpermodifikationen enthalten." Ganz so extrem geht es dann aber doch nicht zu. Blut fließt nicht, dafür gibt es viel nackte Haut und zum Teil stark tätowierte Models zu bewundern.

"Freakshow der Show"

Insgesamt gibt es fünf Shows. Die letzte kündigt Veranstalter Sprissler als "Freakshow der Show" an. Die Models tragen überdimensionale Diamanten auf schwarzen Mänteln, Latex und bunte Plastikmasken mit Mäuseohren. Manche Models bewegen sich auf dem Laufsteg fast tranceartig.

Laut Sprissler sind rund 2.500 Menschen zur Modenschau gekommen. Ein Erfolg für ihn und die Show, die bei den M'era-Luna-Fans immer beliebter wird, wie er sagt.    

Dieses Thema im Programm:

Hallo Niedersachsen | 12.08.2018 | 19:30 Uhr

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