Zwei Äpfel hängen an einem Ast. © dpa-Bildfunk Foto: Peter Steffen

Mundraub erlaubt: Rettung für Stadt-Äpfel in Niedersachsen

Stand: 23.09.2021 14:15 Uhr

Was viele nicht wissen: Es ist tatsächlich erlaubt, Äpfel von öffentlichen Bäumen abzuernten - behutsam und mit Augenmaß. Weil das Obst in Städten sonst oft verkommt, gibt es sogar "Mundraub-Touren".

"Wenn ich sicherstellen kann, dass das wirklich eine öffentliche Fläche ist, also der Stadt gehört zum Beispiel, dann darf ich dort ernten", sagt Saskia Bothe, die regelmäßig sogenannte Mundraub-Touren in Braunschweig organisiert. Auf diesen Fahrradtouren können Interessierte gemeinsam mit der Volkshochschule Apfelbäume mit reifen Früchten entdecken. Denn laut Bothe sei es schade zu beobachten, dass überall das Obst, was in der Stadt gepflanzt worden ist, verkommt. Die Mundräuber retten sozusagen das Obst. "Aber natürlich hat oberste Priorität, dass ich dabei nichts zerstöre", so Bothe. "Man darf keine Äste herunterschlagen oder abbrechen, das versteht sich von selbst."

Regeln für die "Mundraub-Ernte"

Aber wo stehen Obstbäume, die abgeerntet werden dürfen? Die Plattform "mundraub.org" hat auf einer interaktiven Karte Standorte markiert, die weiter ergänzt werden können. Außerdem sind auf der Seite Regeln zu finden, an die sich alle halten sollten, die ernten möchten:

  1. Stelle vor dem Eintragen und/oder Ernten sicher, dass keine Eigentumsrechte verletzt werden.
  2. Gehe behutsam mit den Bäumen, der umgebenden Natur und den dort lebenden Tieren um.
  3. Für den Eigenbedarf pflücken ist erlaubt. Wer im größeren Stil gewerbsmäßig ernten möchte, braucht dazu eine behördliche Genehmigung.
  4. Teile die Früchte deiner Entdeckungen und gib etwas zurück.
  5. Engagiere dich bei der Pflege und Nachpflanzung von Obstbäumen.

Dieses Thema im Programm:

Hallo Niedersachsen | 19.09.2021 | 19:30 Uhr

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