Montage: Schatten eines Jungen vor Kirchenbänken. © picture-alliance

Landeskirche Braunschweig beschließt Gesetz gegen Missbrauch

Stand: 06.05.2022 19:09 Uhr

Die Evangelisch-lutherische Landeskirche in Braunschweig hat ein Gesetz zum Schutz vor sexualisierter Gewalt auf den Weg gebracht.

Es soll dazu beitragen, dass insbesondere Kinder, Jugendliche und Heranwachsende in der Kirche noch besser davor geschützt sind, Opfer von sexuellem Missbrauch zu werden. Außerdem regelt es, wie mit Fällen sexualisierter Gewalt umzugehen ist und wie den Opern geholfen werden kann. Die Landessynode - das Kirchenparlament - stimmte am Freitag einstimmig bei einer Enthaltung für das Gesetz.

Meyns: Nicht jeder Mitarbeiter unter Generalverdacht

Die Maßnahmen zielten nicht darauf ab, jeden Mitarbeiter unter Generalverdacht zu stellen, sagte Landesbischof Christoph Meyns vor dem in Braunschweig tagenden Kirchenparlament. Es sei aber wichtig, Machtmissbrauch und sexualisierte Gewalt nicht zu tabuisieren, sondern alles dafür zu tun, die einem anvertrauten Menschen zu schützen. "Denn jeder Fall ist ein Fall zu viel."

Bundesweit werden 942 Fälle bearbeitet

Bundesweit sind den evangelischen Landeskirchen 942 Fälle bekannt, die von den regionalen Anerkennungsstellen bearbeitet werden. Zwei Drittel davon betreffen laut Meyns ehemalige Heimkinder aus den 1950er- bis 1970er-Jahren. In Niedersachsen seien bislang mehr als 139 Anträge entschieden worden; 127 kommen aus dem Bereich der Landeskirche Hannover, 7 aus der Landeskirche Braunschweig und 5 aus der Landeskirche Oldenburg.

Weitere Informationen
Ein Mann verlässt eine Kirche © picture alliance/dpa Foto: Ingo Wagner

Zahl der Kirchenaustritte in der Region Hannover steigt

Immer mehr Gläubige ziehen Konsequenzen aus den Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche. (11.02.22) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 06.05.2022 | 15:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus der Region

An einem Tor zu dem Hof eines Autohandels hängt ein Zettel mit den Worten: "Sehr geehrte Kunden und sehr geehrte Kundinnen, Leider haben wir derzeit geschlossen. Wir bitten um ihr Verstäöndnis! Vielen Dank Ichr Team vom Autohaus © NDR Foto: Matthias Zimmermann

Sechs verschwundene Autos von insolventem Händler wieder da

36 weitere Wagen, die bei einem Autohaus in Helmstedt standen, sind noch verschwunden - wie auch knapp 500.000 Euro. mehr

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen