Stand: 04.05.2020 11:41 Uhr

Kassen müssen Bartentfernung nicht übernehmen

Nahaufnahme eines Kinns mit einem Bart. © imago/Westend61 Foto: Westend61
Eine Transsexuelle wollte sich auf Kosten der Krankenkasse in einem Kosmetikstudio die Barthaare entfernen lassen. (Themenbild)

Gesetzliche Krankenkassen müssen die Entfernung von Barthaaren durch ein Kosmetikstudio nicht bezahlen. Das hat das Landessozialgericht (LSG) Niedersachsen-Bremen in Celle entschieden. Die Richter wiesen die Klage einer Transsexuellen ab, die von ihrer Krankenkasse eine Kostenübernahme verlangt hatte. Gegen das Urteil kann Revision vor dem Bundessozialgericht eingelegt werden.

Laser-Behandlung wirkt bei weißen Haaren nicht

Die 57-jährige als Mann geborene Klägerin aus Braunschweig hatte eine operative Geschlechtsumwandlung vornehmen lassen. Nach dem Eingriff wollte sie die Barthaare beseitigen lassen. Ihr Hautarzt führte eine Laser-Behandlung durch, die allerdings nicht bei weißen, borstigen Haaren wirkte. Von ihrer Krankenkasse forderte die Frau deshalb die Übernahme der Kosten für eine Nadel-Epilation in einem Kosmetikstudio. Sie begründete dies damit, dass es kein Arzt eine solche Behandlung anbiete, während dies für ihre Kosmetikerin eine Standardtherapie sei.

Krankenkassenleistungen nur durch Ärzte

Das Landessozialgericht bestätigte in seinem Urteil jedoch die Rechtsauffassung der Kasse, die den Antrag abgelehnt hatte. Eine Epilationsbehandlung unterliege dem Arztvorbehalt, begründeten die Richter. Hier dürften keine Ausnahmen gemacht werden. Zwar sei es als sogenanntes Systemversagen zu bewerten, dass keine Mediziner die benötigte Behandlung anbieten würden. Die Anerkennung weiterer Berufsgruppen wie Kosmetikerinnen für die Abrechnung mit Krankenkassen könne allerdings allein vom Gesetzgeber geregelt werden.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 04.05.2020 | 13:30 Uhr

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