Vor Containern mit radioaktiver Lauge hängt in der Schachtanlage Asse ein Warnschild mit der Aufschrift "Radioaktiv". © dpa-Bildfunk

Asse: Behörde will Bürger an Rückholplänen beteiligen

Stand: 26.02.2021 20:09 Uhr

Die für das marode Atommülllager Asse zuständige Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) hat bekräftigt, die Öffentlichkeit in die Planungen zur Räumung des maroden Atommülllagers einzubinden.

Gemeinsam mit den Bewohnern der Region rund um die Asse im Landkreis Wolfenbüttel will die Behörde auch in Corona-Zeiten ins Gespräch kommen. Für den 26. März kündigte die BGE eine Online-Konferenz an. Darin soll es unter anderem um den Bau einer neuen Schachtröhre für den geplanten Rückholungsschacht Asse 5 sowie die Anbindung an das bestehende Bergwerk gehen.

Ausgleichsmaßnahmen für den Naturschutz

Bei zwei Themenkomplexen gibt es laut BGE die Möglichkeit, verschiedene Alternativen genauer zu betrachten und die Anregungen der Anwohnenden, wenn möglich, umzusetzen. Dabei gehe es zum einen um die anfallenden Gesteinsmassen, die durch den Bau des geplanten Rückholbergwerks und des Schachts Asse 5 anfallen, und um die notwendigen Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen im Naturschutz. 

Rückholung soll 2033 beginnen

Geborgen werden sollen die Atommüllfässer aus der Asse nach aktuellem Stand ab 2033. Diese Pläne bekräftigte am Freitag auch der technische Geschäftsführer der BGE, Thomas Lautsch: "2033 fassen wir das erste Fass an." Allerdings betonte er auch die vielen Unwägbarkeiten im jahrelangen Planungs- und Genehmigungsprozess. Dabei ist Eile geboten: Täglich dringt Wasser in das Bergwerk ein und droht, es zu destabilisieren.

Kritik am geplanten Zwischenlager nahe der Asse

In dem maroden Endlager bei Remlingen liegen in 13 Kammern rund 126.000 Fässer mit schwach- und mittelradioaktiven Abfällen. Die Bundesgesellschaft mit Sitz in Peine soll den gesetzlichen Auftrag, die Asse unverzüglich stillzulegen, umsetzen. Von Asse-Initiativen hatte es zuvor Kritik gegeben. Die BGE schaffe über die Köpfe der Anwohnenden hinweg Fakten, so der Vorwurf. Ein großer Streitpunkt war zuletzt das geplante Zwischenlager für den Atommüll, das nur wenige Hundert Meter entfernt von der Asse entstehen soll. Zuletzt hieß es, dass die Standort-Entscheidung überprüft werden solle.

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NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 26.02.2021 | 09:30 Uhr

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