Stand: 20.03.2017 06:11 Uhr  | Archiv

"Die Menschen mitnehmen": Merkel eröffnet CeBIT

Auf der Computer- und Technologiemesse CeBIT in Hannover geht es um Technologien, die vor nicht allzu vielen Jahren noch wie Science Fiction gewirkt hätten. Das sagte auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), als sie die Hightech-Schau am Sonntagabend gemeinsam mit Japans Premierminister Shinzo Abe eröffnete. Japan ist Partnerland der CeBIT 2017 - genauso wie bei der ersten CeBIT 1986, wie Merkel erinnerte: "Damals waren die Computer noch etwas schwerer." Sowohl die Kanzlerin als auch der japanische Premier betonten in ihren Eröffnungsreden mehrfach die enge und gute Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern. Am Montag werden Merkel und Abe gemeinsam über die Messe gehen.

Merkel: Mehrwert der Digitalisierung verdeutlichen

Selbstfahrende Autos, virtuelle Realität, eine fast komplett digitalisierte Welt. "No limits" lautet das Motto der Messe - keine Grenzen. Das Treffen der Digitalbranche definiert sich zudem durch den Begriff "d!conomy", eine Wortschöpfung aus den englischen Begriffen "digital" und "economy". Innovationen wagen, Technologien offen gegenüberstehen - das sei etwas, das Deutschland von Japan lernen könne, sagte Merkel. Dabei müsse der Fortschritt vom Menschen aus gedacht werden. "Die Menschen mitnehmen in ein neues Zeitalter - das wird eine große Aufgabe sein", so die Bundeskanzlerin. Es sei notwendig, "ganz offensiv als Staat die Digitalisierung voranzutreiben und den Bürgern zu zeigen, was der Mehrwert ist".

Japan bringt hilfreiche Roboter mit

Ein zentrales Thema auf der CeBIT ist die künstliche Intelligenz: autonom fahrende Busse, Drohnen und natürlich Roboter. Die spielten in der japanischen Wirtschaft eine große Rolle, sagte Hitoshi Masuda, Generaldirektor der staatlichen japanischen Außenhandels-Organisation Jetro. Das spiegele sich auch auf der Messe wider. Von humanoiden Robotern bis hin zu intelligenten Prothesen und digitalen Altenpflegern reicht die Spanne der Exponate. Japanische Aussteller präsentieren unter anderem Roboter, die das Leben von Menschen mit Behinderungen erleichtern und zum Beispiel fehlende Muskelkraft ausgleichen sollen.

Eine Schattenseite der Digitalisierung

Gut 3.000 Aussteller sind nach Hannover gekommen, um vom 20. bis 24. März sich und ihre neuesten Produkte zu präsentieren. Darunter sind 118 aus Japan. Die CeBIT mache die verschiedenen Technologien so erlebbar wie noch nie, verspricht Messe-Chef Oliver Frese. Die Digitalisierung habe das Labor verlassen und sei im Alltag angekommen - bei großen Unternehmen, beim Mittelstand und beim normalen Verbraucher. Diese Entwicklung birgt bekanntermaßen auch Probleme: Was digital ist, kann gehackt werden. Experten zeigen deshalb auch, wie sich sensible Daten noch besser schützen lassen.

NDR.de zeigt Live-Schalte mit Edward Snowden

Einer, der sich mit Fragen der Datensicherheit bestens auskennt, ist der Ex-CIA-Mitarbeiter Edward Snowden. Der Whistleblower wird am Dienstag, 21. März, um 17.30 Uhr per Live-Schalte aus seinem russischen Exil auf der CeBIT sprechen. NDR.de überträgt seinen Vortrag und die Diskussion live.

Weitere Informationen
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) steht beim Eröffnungsrundgang der CeBIT vor der Projektion "Connected Industries"des Ausstellers Japan. © dpa-Bildfunk Foto: Peter Steffen

CeBIT 2017: Visionen einer digitalen Welt

Die CeBIT will den Herzschlag der digitalen Welt spürbar machen. Vom 20. bis 24. März zeigen die Aussteller ihre Neuheiten. Themen sind unter anderem autonomes Fahren und Online-Sicherheit. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 20.03.2017 | 06:00 Uhr

Mehr Videos von der CeBIT

Wetter