Sendedatum: 21.10.2013 21:00 Uhr  | Archiv

Rechtsirrtümer über das Internet

Das Internet spielt im Leben vieler Menschen eine immer größere Rolle. Dort kann man nicht nur einkaufen und Bankgeschäfte erledigen, sondern über soziale Netzwerke Fotos, Bilder und Texte austauschen. Ob Kaufvertrag oder Urheberrecht: In vielen Fragen herrscht noch große Unsicherheit. Recht so! stellt weitverbreitete Ansichten auf den Prüfstand.

  • Widerruf

    Irrtum: Bei allen Einkäufen im Internet haben Verbraucher ein zweiwöchiges Widerrufsrecht.

    Richtig ist: Das Widerrufsrecht gilt nicht für individuell angefertigte und verderbliche Produkte, entsiegelte CDs und DVDs sowie Güter, die nicht zurückgeschickt werden können, zum Beispiel Heizöl.

  • Verträge

    Irrtum: Verträge im Internet sind schwebend unwirksam, weil sie nicht schriftlich geschlossen wurden.

    Richtig ist: Das Bürgerliche Gesetzbuch sieht die Schriftform für Verträge nur in Ausnahmefällen vor. Verträge, die mündlich oder per Mausklick geschlossen werden, sind wirksam.

  • Gewährleistung

    Irrtum: Bei privaten Auktionen kann der Anbieter die Haftung für Schäden am Produkt komplett ausschließen.

    Richtig ist: Der weitverbreitete Ausschluss der Gewährleistung gilt nicht für absichtlich verschwiegene Schäden (Arglist).

  • Geltendes Recht

    Irrtum: Deutsche Staatsbürger unterliegen im Internet immer deutschem Recht.

    Richtig ist: Vertragsparteien können zum Beispiel in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen bestimmen, welches Recht zur Anwendung kommen soll. Ohne eine solche Klausel gilt in der Regel das Recht, das am Unternehmenssitz gültig ist.

  • Haftung

    Irrtum: Bei Internet-Auktionen haftet der Plattformbetreiber dafür, dass die ersteigerte Ware ordnungsgemäß geliefert und bezahlt wird

    Richtig ist: Der Plattformbetreiber ist nur Vermittler. Der Vertrag kommt zwischen dem Käufer und dem Verkäufer zustande.

  • Abmahnung

    Irrtum: Wer eine aus seiner Sicht unberechtigte Abmahnung erhält, muss darauf nicht reagieren.

    Richtig ist: Nach Ablauf der in der Abmahnung genannten Frist droht eine einstweilige Verfügung - unabhängig davon, ob die Abmahnung gerechtfertigt ist.

  • Urheberrecht

    Irrtum: Im Internet verbreitete Bilder und Texte unterliegen nicht dem Schutz des Urheberrechts.

    Richtig ist: Das Urheberrecht gilt auch im Internet. Wenn ein Urheber Bilder oder Texte online stellt, verzichtet er damit nicht auf seine Urheberverwertungsrechte.

  • Copyright-Hinweis

    Irrtum: Eine Internet-Seite braucht einen Copyright-Hinweis, damit sie dem Urheberrecht unterliegt.

    Richtig ist: Das Urheberrecht gilt in Deutschland unabhängig von einer Kennzeichnung, sobald ein geistiges Werk eine gewisse sogenannte Gestaltungshöhe hat.

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| 21.10.2013 | 21:00 Uhr

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