Stand: 25.02.2016 12:46 Uhr  | Archiv

Mobiles Bezahlen - kinderleicht und datensicher?

von Nils Kinkel, NDR Info

Bezahlen kann man landläufig mit Bargeld sowie mit Kredit- oder EC-Karte. Langsam werden nun auch die ersten Handys zum Zahlgerät. Fürs mobile Bezahlen braucht es aber Sicherheitsvorkehrungen. Die Hersteller lassen sich dabei immer mehr einfallen: Fingerabdruck, Ring oder auch ein Selfie zur Feststellung der Identität. Das sind die Trends, die zurzeit beim Mobile World Congress in Barcelona vorgestellt werden.

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Statt Bargeld reicht in Zukunft wohl oft das Smartphone aus, um Rechnungen zu bezahlen.

Passwörter, Wechselgeld, PIN-Nummern. Alles vergessen? In Zukunft schon. Die Technik für das mobile Zahlen ist unkompliziert und schon sehr weit entwickelt. Die Hersteller von Autos und Haushaltsgeräten haben sich mit den großen Kreditkartenfirmen verbündet. Ab Mai wird in Amerika ein vernetzter Kühlschrank verkauft. Auf dem Touchscreen sucht der Kunde seine Lieblingsmarke, vergleicht die Preise und bestellt. "Sie können sofort einkaufen auf dem digitalen Bildschirm. Dann wird der Einkaufszettel über die Woche abgearbeitet. Bezahlt wird mit ihrer hinterlegten Kreditkarte. Die bestellten Lebensmittel werden dann am gewünschten Termin nach Hause geliefert", sagt Chris Kangas von Mastercard, der von der Samsung-Technik begeistert ist.

Funktechnik ist im goldenen Ring versteckt

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Vor dem Bezahlen prüft das Programm von Mastercard die Identität des Kunden per Selfie.

Noch nie war Einkaufen so einfach. Die Fahrt in den Supermarkt ist für gestresste Manager bald überflüssig. Eine alternative Zahlmethode bieten Mastercard und Visa über Funktechnik - versteckt zum Beispiel in einem kleinen Ring. "Ein wunderschöner Ring oder ein Armreif. Beide Schmuckstücke haben die Bezahlmöglichkeiten eingebaut. Es geht um Komfort und darum, überall bezahlen zu können", erklärt Kangas.

Schöne, neue Einkaufswelt. Tokenization ist dafür der Fachbegriff. Das System funktioniert in der U-Bahn genauso wie an der Theaterkasse.

Ein weiteres Programm klingt wie ein Witz, wird aber nach erfolgreichem Test im Sommer auch in Deutschland von Mastercard angeboten: das Bezahlen mit Fingerabdruck oder einem Selfie. Die biometrische Gesichtserkennung wird nur dann unterstützt, wenn der Nutzer blinzelt.

Handynummer ersetzt Kreditkarte

Das größte Problem beim mobilen Bezahlen bleibt aber das Vertrauen der Kunden. Die Firma Boku geht deshalb einen anderen Weg und ersetzt die Kreditkarte durch die Telefonnummer. Bei diesem Bezahlprogramm werde auf dem Smartphone im Feld "Bezahlinformation" eingetragen: "Ich möchte mit dem Telefon bezahlen" - und schon werde die Nummer als Bezahlmedium hinterlegt, erklärt ein Mitarbeiter des Unternehmens.

Boku Direct funktioniert auf vielen Plattformen, zum Beispiel bei Computerspielen von Google oder Sony. Auch der Streamingdienst Spotify akzeptiert die Bezahlmethode. Das Geld wird am Ende über die Telefonrechnung abgebucht. Gerade bei kleinen Beträgen von 99 Cent müssen die Kunden nicht mehr 16 Nummern ihrer Kreditkarte in ein kleines Display eintippen. Was alle Lösungen verbindet: Der Kunde soll so schnell wie möglich sein Geld los werden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | 25.02.2016 | 08:08 Uhr

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