Stand: 06.03.2017 15:38 Uhr  | Archiv

Mitfahr-App Uber spionierte und trickste

In den USA steht der Name "Uber" schon synonym für das Bestellen eines Taxis via Smartphone. Bei ihrer Expansion hat sich die Firma Uber mit Taxizentralen und Aufsichtsbehörden weltweit angelegt. Und der Fahrvermittlungsdienst hat dafür offenbar auch geheime Spionage-Funktion in seiner Mitfahr-App eingesetzt.

Behördenmitarbeiter als "verdächtig" eingestuft

 "Greyball" lautetet der interne Code-Namen des Programms, über das zunächst die "New York Times" berichtete. Über die Auswertung von Daten aus seiner App sowie anderen Quellen konnte Uber demnach einzelne Nutzer identifizieren und als "verdächtig" einstufen. Und "verdächtig" waren für Uber nicht nur potenzielle Betrüger oder wütende Konkurrenten, die Uber-Fahrer hätten angreifen könnten. "Ich habe herausgefunden, dass Uber Greyball auch benutzte, um Aufsichtsbehörden und Polizei zu täuschen. Das haben sie systematisch rund um den Globus gemacht", sagt "New York Times"-Journalist Mike Isaac in einem Interview mit CNBC. So soll Uber über Geodaten Nutzer markiert haben, wenn diese die Apps häufiger in der Nähe von Behördensitzen benutzten oder Nutzernamen mit öffentlichen Informationen im Web abgeglichen haben.

Nur fiktive Fahrzeuge angezeigt

Isaacs Vorwurf: Wenn Behörden-Vertreter mit eine verdeckte Kontrolle durchführen wollten und über die App Uber-Autos bestellen wollten, warnte Uber via "Greyball" seine Fahrer davor, solche Aufträge anzunehmen. Stattdessen wurden den Kontrolleuren fiktive Autos in der App angezeigt, die sie aber nicht bestellen konnten - Kontrolle gescheitert.

Als Beleg führt Isaac Gespräche mit früheren und jetzigen Uber-Mitarbeitern und interne Dokumente der Firma an. Uber soll diese Methode unter anderen in Boston, Paris und Las Vegas eingesetzt haben. Das Unternehmen hat die Vorwürfe inzwischen teilweise eingeräumt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Netzwelt | 06.03.2017 | 15:38 Uhr

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