Stand: 13.01.2017 09:54 Uhr  | Archiv

DRK-App gibt Eltern hilfreiche Ratschläge

von Marko Pauli
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Wie schlimm krank ist mein Kind? Die App "DRK Erste Hilfe am Kind" bietet Eltern einen schnellen Überblick.

Der Husten des Kindes klingt schrecklich, es ist mitten in der Nacht, was ist zu tun? Es gibt Situationen, da wünschen sich Eltern, etwas besser Bescheid zu wissen über Symptome bestimmter Kinderkrankheiten und die zu ergreifenden Maßnahmen. Der Landesverband Baden-Württemberg und der Kreisverband Pforzheim-Enzkreis E.V. des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) hat für diese Fälle in Zusammenarbeit mit der Hochschule Pforzheim eine hilfreiche App entwickelt: Das Programm "DRK Erste Hilfe am Kind" bietet Rat und Unterstützung bei Krankheitsfällen im Säuglings- und Kindesalter.

Über verschiedene Themengebiete lässt sich in der App schnell der gesuchte Bereich finden, zum Beispiel die Bronchitis. Anhand von beschriebenen Symptomen und Tonbeispielen können Eltern so herausfinden, ob das Kind wirklich genau diese Krankheit hat. Was in diesem Fall zu tun ist, hören sie über eine Audio-Botschaft: "Schleimlösende Maßnahmen wie warme Wickel und ausreichend Flüssigkeit können den Krankheitsverlauf wesentlich abkürzen."

Infos stammen aus einem DRK-Fachbuch

Katrin Bott hat die App "DRK Erste Hilfe am Kind" in Zusammenarbeit mit dem Roten Kreuz im Rahmen ihrer Bachelor-Arbeit an der Hochschule Pforzheim auf Grundlage eines DRK-Buches konzipiert und entwickelt: "Die Infos von den 300 Seiten sind hier gebündelt und werden durch diverses Bildmaterial und Audio unterstützt, was ja das Buch so nicht kann." Im Bereich der Sofortmaßnahmen finden sich Themengebiete wie "Störungen des Bewusstseins", "Kopfverletzungen" oder auch "Wiederbelebung". Da es schnell gehen muss, wird in kurzen Sätzen und durch Fotos erklärt, wie die stabile Seitenlage auszuführen ist oder wie man wiederbelebt.

Stichwort: "Pseudokrupp"

Sowohl im Bereich "Kinderkrankheiten" als auch unter "Erste-Hilfe-Maßnahmen" findet sich das Stichwort "Pseudokrupp". Und das aus gutem Grund, wie Jan Heinemeier, leitender Arzt in der Notaufnahme des Kinderkrankenhauses Hamburg-Altona, erklärt: "Pseudokrupp-Hustenanfälle klingen bedrohlich und sind häufig verbunden mit Atemnot. Da ruhig zu bleiben, ist eine Kunst. Ich glaube, dass die App in diesen Fällen schon helfen kann, da dort erklärt wird, was man akut machen kann, indem man an die kalte Luft geht und beruhigend auf das Kind einwirkt."

Im Notfall den Arzt anrufen!

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Die App bietet Informationen und Behandlungsvorschläge in übersichtlicher und kurzer Form.

Die App gibt konkrete und gebündelte Auskünfte zu einzelnen Krankheiten - und keinen Informationsüberfluss, wie ihn Eltern erleben, wenn sie zum Beispiel im Internet unsystematisch nach Hilfe suchen. "Natürlich ersetzt die Anwendung auf dem Handy nie den Arzt oder den Notruf", stellt Björn Vetter vom DRK-Landesverband Baden-Württemberg klar. Auch Heinemeier rät besorgten Eltern dazu, in Notfällen den Weg in die Notaufnahme der Krankenhäuser zu suchen - aber auch nur dann: "Bei Ohrenschmerzen zum Beispiel kann man auch sagen: 'Jetzt kriegst Du ein Ibuprofen-Zäpfchen und morgen gehen wir zum Kinderarzt.' Aber da sind die Eltern so verunsichert, ob das so schlimm ist, und möchten sofort ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen."

Bisher gibt's nur eine Android-Version

Zu Ohrenschmerzen finden sich in der DRK-App keine Informationen, dafür erfährt man aber zum Beispiel anhand von Fotos, wie dem Kind zwischen die Schulterblätter geschlagen werden muss, damit es einen verschluckten Fremdkörper wieder ausspuckt. "Es geht hauptsächlich um Prävention, dass man sich einfach informieren kann. Wenn man in der Bahn sitzt, sich das durchliest, immer mal wieder, dann verinnerlicht man diese Abläufe. Wenn dann wirklich ein Notfall passieren sollte, dann weiß man einfach, was zu tun ist", sagt Hochschulabsolventin und App-Entwicklerin Bott.

Bisher ist die App "DRK Erste Hilfe am Kind" nur für Android-Smartphones im Playstore erhältlich. Eine Version für Apple-Geräte soll folgen.

Hinweis der Redaktion: In einer ersten Version des Textes hieß es, dass die App unter dem Namen "DRK Notfallassistent" zu finden ist. Das ist falsch. Die App heißt "DRK Erste Hilfe am Kind".

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Netzwelt | 12.01.2017 | 08:08 Uhr

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