Stand: 01.09.2020 15:34 Uhr

Zukunft von AIDA Cruises bleibt ungewiss

Ein Kreuzfahrtschiff der Reederei AIDA läuft aus dem Warnemünder Hafen aus. © NDR Foto: Manfred Sander aus Einhusen
In diesem Jahr wird voraussichtlich kein Schiff der AIDA Flotte in Rostock-Warnemünde anlegen.

Notbremsung auf der Überholspur: Kreuzfahrtschiffe liegen weltweit wegen der Corona-Pandemie in den Häfen fest. 32 Millionen Passagiere sollten in diesem Jahr an Bord gehen. Aktuell dürften es nur wenige tausend sein. Gerade mal eine Handvoll Schiffe ist überhaupt mit Gästen unterwegs. Es ist unklar ob, wann und wie es weitergehen kann. Statt satte Gewinne einzuspielen, verbrennt die Branche Millionen Euro - jeden Tag. Das betrifft auch die in Rostock ansässige Reederei AIDA Cruises.

Kaum Kreuzfahrten im Herbst und Winter

Aktuell ist kein einziges der 14 AIDA Schiffe mit Gästen unterwegs. In der zurückliegenden Woche sind nahezu alle Reisen für den Herbst und Winter abgesagt worden. Es gibt nur wenige Ausnahmen: Ab November sollen Reisen rund um die Kanaren und ab Dezember ins westliche Mittelmeer stattfinden. Auch Siebentagereisen ab Dubai und Abu Dhabi stehen noch auf dem Fahrplan - bis auf Weiteres. Möglicherweise sind laut Unternehmen im Februar oder März auch Reisen zum Beispiel nach Norwegen möglich. Niemand kann sagen, wie sich das Corona-Infektionsgeschehen weltweit entwickelt. Das Landpersonal ist in Kurzarbeit, in Rostock und Hamburg betrifft das bis zu 1.500 Beschäftigte. Dazu gibt es laufende Kosten für die Schiffe in den Häfen, die in Summe Monat für Monat in die Millionen gehen.

"Millionenschaden für gesamte Kreuzfahrtbranche"

Nach Angaben von AIDA Cruises Sprecher Hansjörg Kunze bestehen wegen der Corona-Pandemie derzeit generell denkbar schlechte Voraussetzungen für den internationalen Reiseverkehr. In Nordeuropa zum Beispiel würden aufgrund des wechselhaften Infektionsgeschehen Grenzen geöffnet und zum Teil wenig später wieder geschlossen. Somit sei dort keine mittel- oder langfristige Planung möglich. Auch für den Rostocker Hafenbetrieb, die Werften und die Zulieferer der Kreuzfahrtbranche sei das schlecht: "In den Häfen gibt es derzeit keine Arbeit mit den Kreuzfahrtschiffen. Es werden keine Busse zur Gästebeförderung benötigt, kein Hafenpersonal für die Abfertigung der Schiffe, kein Sicherheitspersonal und keine Gepäcktransport." Der wirtschaftliche Schaden sei erheblich, allein in Norddeutschland handle es sich um viele Millionen Euro, sagte Kunze dem NDR.

Wirtschaftsministerium will sich für Hilfen einsetzen

Es gab Gerüchte darüber, dass auch AIDA Cruises unter den sogenannten Rettungsschirm des Bundes käme und mit 500 Millionen Euro rechnen könne. Das wurde allerdings nicht bestätigt. Prognosen darüber, wie es mit der Branche weitergeht, traut sich kaum jemand zu - nicht in den zuständigen Ministerien und auch nicht bei den Reedereien. Das Wirtschaftsministerium des Landes will sich nach eigenen Angaben dafür einsetzen, dass AIDA Cruises finanzielle Unterstützung bekommt. Denkbar wäre zum Beispiel Geld aus dem Wirtschaftsstabilisierungsfond. Auch das Unternehmen selbst prüft immer wieder alle Möglichkeiten. Es ist fraglich, wie lange die Geld-Reserven ausreichen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 10.08.2020 | 12:00 Uhr

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