Nach dem Lockdown fährt die Kogge "Wissemara" wieder mit Passagieren hinaus. © NDR

Wismar: Poeler Kogge schleppt ihren eigenen Mast

Stand: 27.10.2020 18:39 Uhr

Ein besonderes Gespann hat am Dienstag die Wismarbucht befahren: Die Poeler Kogge schleppte ihren neuen Mast in den Hafen - um Kosten zu sparen.

Gegen 15 Uhr kam die Poeler Kogge "Wissemara" am Dienstag zum vorerst letzten Mal im Wismarer Hafen an. Empfangen wurde die Kogge von einem Shanty-Chor und Böllerschüßen des Schützenvereins. Ein Kran hob den 32 Meter langen Mast aus dem Wasser. Vorher war er von der "Wissemara" rund elf Kilometer weit von der Poeler Bootswerft durch die Wismarbucht gezogen worden. Das schadet dem Holz nicht - laut Gerd Lemke vom Koggen-Verein wurden im 14 Jahrhundert die neuen Masten der Koggen sogar ein ganzes Jahr lang im Salzwasser gelagert.

Die Reise begann im Harz

Der Förderverein Poeler Kogge hatte ganz pragmatisch entschieden, den Stamm selbst zu ziehen. Der Transport auf der Straße wäre schlichtweg zu teuer. Begonnen hatte die Reise des Stammes Anfang des Jahres im Harz. Dort wurde die 140 Jahre alte Douglasie gefällt und dann per Tieflader nach Poel transportiert - wo sie vom Baum zum Mast verarbeitet wurde. Für einen weiteren Transport auf der Straße nach Wismar war jetzt kein Geld mehr übrig. In den kommenden Wochen werden der alte Mast ab- und der neue aufgebaut.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 27.10.2020 | 07:30 Uhr

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