Weidetierhalter demonstrieren mit Schafen vor dem Agrarministerium in Schwerin für mehr Schutz vor dem Wolf. © Franziska Drewes Foto: Franziska Drewes

Weidetierhalter fordern besseren Schutz vor Wölfen

Stand: 22.04.2021 14:01 Uhr

Unter dem Motto "Es ist 5 vor 12" haben Weidetierhalter in Schwerin einen besseren Schutz vor dem Wolf gefordert. Etwa 50 Teilnehmer demonstrierten am Rande der Umweltministerkonferenz der Länder vor dem Ministerium.

Die Tierhalter und Verbände fordern eine generelle Bestandsregulierung des Wolfes. Doch das Raubtier gilt EU-weit als streng geschützte Art. Der Wolf darf in Deutschland nur in begründeten Ausnahmefällen geschossen werden. Allerdings: Schweden reguliert seinen Wolfsbestand bereits seit Jahren über Lizenzjagden. Ein ähnliches Vorgehen fordern Verbände wie die Rinderallianz, der Bauernverband und der Schaf- und Ziegenzuchtverband auch für Deutschland.

Mehr als 400 Tiere in MV Opfer von Wolfsattacken

Sie sehen die Weidetierhaltung in Mecklenburg-Vorpommern in Gefahr und fordern ein klares politisches Bekenntnis zum Schutz von Nutztieren. Allein im vergangenen Jahr wurden landesweit mehr als 400 Nutztiere durch Wölfe verletzt oder getötet - unter ihnen Mutterschafe, Lämmer und Kälber. Umweltminister Till Backhaus (SPD) verweist auf einen neuen Leitfaden, den sein Haus erarbeitet hat. Dieser wird nun unter allen Umweltministern der Länder diskutiert. Er soll bundesweit einheitlich für eine rechtssichere Entnahme von Wölfen sorgen. In Mecklenburg-Vorpommern leben derzeit 15 Rudel.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 22.04.2021 | 15:00 Uhr

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