Stand: 26.06.2020 05:11 Uhr

Was tun, wenn die Bank die Gebühren erhöht?

von Marion Klinghammer, NDR Nordmagazin

Symbolbild - zwei Figürchen sitzen auf einer Bank, die auf mehreren Geldscheinen steht. © picture-alliance / Eibner-Pressefoto Foto: Eibner-Pressefoto
Wer den Service einer Bank in Anspruch nimmt, muss immer mehr Gebühren zahlen. (Symbolbild)

Viele Bankkunden haben in den vergangenen Wochen und Monaten Post oder Mails von ihren Banken und Sparkassen bekommen. Der Inhalt: Es fallen höhere Preise für Bankdienstleistungen an. Unter anderem werden die Gebühren für die Kontoführung, das Geldabheben, das Einreichen von Schecks oder für Überweisungen angehoben. Der Grund dafür ist nach Angaben von Bankern die Politik der Europäischen Zentralbank.

"Keine auskömmlichen Margen"

Die wirke sich direkt auf das Bankgeschäft hierzulande aus, erläutert Dieter Heidenreich, Sprecher Volks- und Raiffeisenbank eG in Mecklenburg-Vorpommern: "Durch die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank sind die Zinsen so niedrig, dass wir nicht mehr in der Lage sind, auskömmliche Margen zu erwirtschaften." Die Banken würden sich dem Problem dadurch stellen, dass sie die Kosten zunächst senken, indem sie Geschäftsstellen schließen und Personal entlassen. "Aber das hat auch alles seine Grenzen, denn man will ja weiter für den Kunden da sein", so Heidenreich, "und von daher bleibt den Banken nichts anderes übrig, als die Kosten zu erhöhen".

Konto-Modelle vergleichen

Das Problem ist bei der Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern in Rostock bekannt. Die Verbraucher könnten prüfen, ob sie die Bank vor Ort benötigen oder ob der Service einer Direktbank im Internet reicht. Allerdings: "Online-Banking setzt vor allem eine Internet-Anbindung und technisches Verständnis voraus", sagt Stephan Tietz, Leiter des Fachbereichs Finanzdienstleistungen bei der Verbraucherzentrale. Seiner Erfahrung nach wollen ältere Menschen in einer Filiale ihre Bankgeschäfte erledigen. Sein Tipp: "Die eine Möglichkeit wäre, bei derselben Bank in ein anderes Kontomodell zu wechseln, denn die Banken bieten durchaus einen All-Inclusive-Tarif an." Das heißt, für ein relativ hohes Grundentgelt können Bankdienstleistungen ohne weitere Kosten in Anspruch genommen werden. Andererseits bieten Banken auch die Kontoführung für kein oder ein geringes Grundentgelt an. Dafür müssen jedoch relativ hohe Kosten für einzelne Bankdienstleistungen gezahlt werden, so Tietz weiter.

Gebührenhöhe verhandeln

Schließlich können Kunden den Wechsel zu einer anderen Bank überlegen. Es gebe durchaus noch Banken, die das Girokonto kostenlos anbieten. Diese Variante sei aber häufig daran gebunden, dass jeden Monat eine bestimmte Mindestsumme an Geld auf dem Konto eingeht. Nach Ansicht von Dieter Heidenreich von der Volks- und Raiffeisenbank lohnt es sich auch, über die Gebühren zu verhandeln. "Wenn Sie unzufrieden mit den Gebühren Ihrer Bank sind, wenden Sie sich an ihren Kundenberater. Denn in der Regel haben unsere Kundenberater immer eine Lösung." Ob Online-Banking, die Erledigung der Bankgeschäfte in einer Filiale oder ein Mix aus beidem - das muss jeder für sich selbst entscheiden. Beratung dazu gibt es auch bei den Hausbanken und in der Verbraucherzentrale.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Der Tag | 26.06.2020 | 16:00 Uhr

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