Stand: 04.03.2020 15:27 Uhr

Vor Kollision bei Rügen: Kapitän buchte gerade Hotel

Der Offshore-Versorger "World Bora" liegt nach einer Kollision im Stadthafen von Sassnitz. © dpa-Bildfunk Foto: Stefan Sauer
Nach der Kollision konnte die "World Bora" nach Sassnitz geschleppt werden.

Vor der Kollision des Frachters "Raba" und des Windparkversorgungsschiffes "World Bora" im Februar 2019 östlich von Rügen haben sich beide Kapitäne mit anderen Dingen beschäftigt und nicht auf den Kurs ihrer Schiffe geachtet. Das ist das Ergebnis des Seeunfallberichts der zuständigen dänischen Behörde, die den Unfall untersucht hat.

Bei der Havarie waren 15 Seeleute zum Teil schwer verletzt worden. Der Kapitän der "World Bora" buchte während seiner Wache auf der Brücke am Computer für einen seiner Matrosen ein Hotel. Er bemerkte den Zusammenstoß erst, als er zu Boden geschleudert wurde. Der Kapitän der "Raba", der neu war und sich noch einarbeitete, war durch Arbeiten am Kartentisch abgelenkt. Er bemerkte zu spät, dass ein Zusammenstoß unvermeidlich sein würde und rief zudem ein falsches Schiff über Funk an, um vor der drohenden Kollision zu warnen.

Zusammenstoß bei ruhiger See

Der Bericht wurde am Mittwoch von der Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung in Hamburg veröffentlicht. Die beiden Schiffe waren am 19. Februar 2019 bei klarer Sicht und ruhiger See zwei Seemeilen vor Rügen mit hoher Geschwindigkeit zusammengestoßen. Die "World Bora" fuhr in die Steuerbordseite der "Raba". Die "World Bora" sollte Arbeiter zum Offshore-Windpark "Wikinger" bringen.

Weitere Informationen
Der Offshore-Versorger "World Bora" liegt am 19.02.2019 nach einem Unfall im Stadthafen von Sassnitz. © dpa Foto: Stefan Sauer

Kollision vor Rügen: Ermittlungen gegen Kapitäne

Nach der Schiffskollision auf der Ostsee vor Rügen ermittelt die Wasserschutzpolizei gegen die beiden Schiffsführer. Bei dem Unglück am Dienstagmorgen waren 15 Menschen verletzt worden. mehr

 

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 04.03.2020 | 16:00 Uhr

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