Stand: 07.12.2018 10:52 Uhr

Viele MV-Delegierte halten sich bedeckt

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In Hamburg wird über die Nachfolge Angela Merkels als CDU-Vorsitzende abgestimmt.

Beim CDU-Parteitag in Hamburg wird am Nachmittag ein neuer Bundesvorsitzender gewählt. Unter den 1.001 Delegierten sind auch 14 aus Mecklenburg-Vorpommern. Damit gehört die Delegation aus dem Nordosten zu den kleinsten auf dem Parteitag. Unter den Abgesandten für den Landesverband sind neben Angela Merkel unter anderem die drei CDU-Landesminister Lorenz Caffier, Harry Glawe und Katy Hoffmeister sowie mehrere Landtags- und Bundestagsabgeordnete.

Kokert: Delegierte sind ihrem Gewissen verpflichtet

Die meisten von ihnen wollten vor dem Parteitag nicht öffentlich machen, für welchen der drei aussichtsreichen Kandidaten sie stimmen werden - so auch CDU-Landeschef Vincent Kokert. Die Wahl sei geheim und jeder Delegierte allein seinem Gewissen verpflichtet, so Kokert. Niemand solle mit einem vorhergehenden Votum belastet werden.

Angela Merkel am Rednerpult.

Wer macht das Rennen um Merkels Nachfolge?

NDR//Aktuell -

Kramp-Karrenbauer, Merz oder Spahn - wer wird Angela Merkel an der CDU-Parteispitze nachfolgen? Beim Parteitag in Hamburg wird die Entscheidung mit Spannung erwartet.

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Amthor: Wähle Spahn aus Überzeugung und Verbundenheit

Andere MV-Delegierte machen aus ihrer Entscheidung jedoch kein Hehl - wie etwa der Greifswalder Bundestagsabgeordnete Philipp Amthor, der sich vorab für Jens Spahn ausgesprochen hatte: "Es ist klar, dass Spahn nicht der allergrößte Favorit ist, wenn man den Medien glauben kann. Aber in der Politik geht es nicht nur darum, auf der Gewinnerseite zu stehen, sondern auch um Haltung. Und Jens Spahn werde ich deswegen aus Überzeugung und persönlicher Verbundenheit heute ganz klar wählen." Wem er im Falle einer Stichwahl seine Stimme gibt, wolle Amthor erst entscheiden, wenn es dazu kommt.

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Caffier sieht keine Gefahr für Spaltung

Auch Landesinnenminister Caffier hat sich bereits entscheiden, wollte kurz vor Beginn des Parteitages aber noch nicht sagen, für wen. Das solle jeder Delegierte für sich entscheiden, "wenn man schon die Möglichkeit hat, zwischen drei Kandidaten zu wählen." Die Gefahr einer Spaltung der Partei durch die Kampfkandidatur sieht er nicht. Das Ergebnis werde auch noch davon abhängen, welcher Kandidat es schaffe, die Delegierten in seiner Rede mitzunehmen, sagte Caffier: "Deswegen ist ganz viel von der Tagesform abhängig, es ist wie beim Sport."

Auch Landesjustizministerin Hoffmeister sieht die Gefahr einer Spaltung nicht: "Ich weiß, dass alle Kandidaten daran interessiert sind, die Partei in die Zukunft zu führen, und zwar alle gemeinsam mit allen Flügeln, die wir in der CDU haben."

Kokert: Wahl ist "demokratisches Volksfest"

Dass mehrere Kandidaten für den Bundesvorsitz gegeneinander antreten, gilt in der CDU als Besonderheit - zuletzt gab es eine solche Kampfkandidatur vor 47 Jahren. Landeschef Kokert wertete die Wahlmöglichkeit positiv. Die aktuelle Debatte bezeichnete er als "demokratisches Volksfest" für die Partei.

Merkel blickt mit Spannung auf Nachfolge-Wahl

Am Tag vor der Neuwahl des CDU-Vorsitzes sagte Merkel, sie sei "gespannt" auf die Wahl ihres Nachfolgers. Sie rief ihre Partei nach der Wahl ihres Nachfolgers zur Geschlossenheit auf. Sie wünsche sich, dass die CDU aus dem Parteitag in Hamburg "gut gerüstet, motiviert und geschlossen" herausgehe, sagte Merkel zum Auftakt des Delegiertentreffens am Freitag. Um die Nachfolge Merkels bewerben sich CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer, der frühere Unionsfraktionschef Friedrich Merz und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn.

Merkel gibt CDU-Vorsitz nach 18 Jahren ab

1990: Im Dezember wird Merkel mit der ersten gesamtdeutschen Wahl direkt gewählte CDU-Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Stralsund. 

1991: Merkel wird Bundesministerin für Frauen und Jugend, später stellvertretende Vorsitzende der CDU.

1994: Merkel wird Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit

1998: Der neue CDU-Chef Wolfgang Schäuble macht sie zur Generalsekretärin

2000: Nach Schäubles Rücktritt im Zuge der Spendenaffäre wird Merkel zur Parteichefin gewählt

2002: Nach der verlorenen Bundestagswahl mit Unionsspitzenkandidat Edmund Stoiber (CSU) sichert Merkel sich den Fraktionsvorsitz der Unionsfraktion im Bundestag

2005: Die Union gewinnt mit Merkel als Kanzlerkandidatin die Bundestagswahl; Merkel wird Bundeskanzlerin einer Großen Koalition

2009: Merkel wird zum zweiten Mal vom Bundestag zur Kanzlerin gewählt.

2012: Bei ihrer sechsten Wiederwahl zur CDU-Chefin erreicht Merkel mit 97,94 Prozent ihr bislang bestes Ergebnis.

2017: Merkel führt ihre Partei zum vierten Mal zu einem Wahlsieg und steht damit vor ihrer vierten Amtszeit als Bundeskanzlerin. Allerdings verliert die Union deutlich. 

2018: Union und SPD schließen ihre Koalitionsverhandlungen ab. Anfang März macht die SPD-Basis in einem Mitgliedervotum den Weg für eine Neuauflage der Großen Koalition frei. Merkel wird zum vierten Mal zur Kanzlerin gewählt. Bei den Landtagswahlen in Bayern und zwei Wochen später in Hessen verliert die CDU dramatisch. Merkel, die bislang immer betont hatte, Parteivorsitz und Kanzleramt müssten in einer Hand liegen, will sich beim CDU-Parteitag Anfang Dezember in Hamburg nicht zur Wiederwahl stellen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 07.12.2018 | 06:00 Uhr

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