Unwetter in MV: Vollgelaufene Keller, gesperrte Straßen

Stand: 01.07.2021 17:04 Uhr

Teils heftiger Dauerregen hat Straßen und Keller geflutet - vor allem im Westen des Landes. Die ursprünglich bis 14 Uhr geltende Unwetterwarnung des DWD wurde am Vormittag wieder aufgehoben. Große Regenmengen gingen im Westen sowie Südosten Mecklen

Auch die zweite Nacht mit Unwetterwarnung lief in Mecklenburg-Vorpommern nach Einschätzung von Polizei und Feuerwehr eher glimpflich ab. Die meisten Einsätze gab es in der Nacht zu Donnerstag in Westmecklenburg. Hier musste die Feuerwehr 88 Mal ausrücken. In Hagenow liefen mehrere Keller voll. Einige Straßen waren kurzzeitig wegen umgestürzter Bäume gesperrt. In Neubrandenburg stand in der Südstraße das Wasser zeitweise 20 Zentimeter hoch. Die Feuerwehr rückte an, um das Regenwasser abzupumpen.

Unwetterwarnung aufgehoben - hohe Regenmengen an der Grenze zu Brandenburg

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte seine ursprünglich bis Mittwochabend befristete Unwetterwarnung bis Donnerstagnachmittag verlängert, diese am Donnerstagvormittag aber wieder aufgehoben. Der DWD hatte insbesondere im südlichen Mecklenburg-Vorpommern vor ergiebigem Starkregen mit Niederschlagsmengen zwischen 50 und 80 Litern pro Quadratmeter (l/qm) gewarnt. Diese Menge entspricht in etwa der durchschnittlichen Niederschlagsmenge eines gesamten Monats. Tatsächlich gingen die größten Regenmengen im nordöstlichlichen Brandenburg nieder. Im Kreis Uckermark gilt die Lage laut Regionalleitstelle als "angespannt". Dort wurden binnen 24 Stunden lokal bis knapp 200 l/qm gemessen.

Grenzübergang überflutet - Böschungen an Autobahnen abgerutscht

Eine Wetterstation in Grambow-Schwennenz bei Löcknitz verzeichnete laut dem Portal www.kachelmannwetter.de mit 141 l/qm den höchsten 24-Stunden-Wert in Mecklenburg-Vorpommern. Nach Einschätzung des Meteorologen Kreibohm dürfte im nicht weit entfernten Penkun mit rund 175 l/qm sogar noch mehr Regen gefallen sein. Über größere Schäden wurde bisher aber nichts bekannt. Am Morgen wurde der Grenzübergang der A11 Pomellen auf polnischer Seite gesperrt. Dort ist nach Angaben der Bundespolizei eine Unterführung durch Starkregen überschwemmt worden. Mehrere Feuerwehren waren dort im Einsatz. An den Autobahen A11 und A20 rutschten Böschungen ab. Es kam zu mehrfachen Sperrungen. In Feldberg wurden 53 l/qm registriert. Weiter westlich im Kreis Ludwigslust-Parchim wurden hohe Niederschlagsmengen in Picher (82 l/qm) und Grambow (74 l/qm) verzeichnet. In Carlow (Kreis Nordwestmecklenburg) fielen 67 l/qm binnen eines Tages.

Meteorologe: Vorsicht vor Aquaplaning

Nach Angaben des Meteorologen Stefan Kreibohm vom NDR Wetterstudio auf Hiddensee war das Tief "Xero" für die anhaltenden Schauer und Gewitter verantwortlich. Es verlagere sich bis Donnerstag nur wenig und bringe somit enorme Regenmengen. Kreibohm warnte in diesem Zusammenhang vor Aquaplaning-Gefahrt auf den Straßen. Am Freitag werde sich die Lage aber wieder beruhigen.

Unfall auf A14 bei Starkregen - Überschwemmungen in Ludwigslust

Bereits am Mittwoch ereignete sich auf der A14 zwischen dem Autobahnkreuz Schwerin und der Anschlussstelle Ludwigslust ein Verkehrsunfall bei Starkregen. Ein Auto geriet laut Polizei plötzlich ins Schleudern und überschlug sich. Zwei Insassen wurden verletzt in Krankenhäuser gebracht. Aus dem Landkreis Ludwigslust-Parchim wurden im Lauf des Mittwochnachmittags Überschwemmungen gemeldet. In Ludwigslust musste die Feuerwehr ausrücken, um Keller leerzupumpen. Außerdem liefen die Ladezone und der Parkplatz eines Discounters voll.

70 Feuerwehreinsätze in Westmecklenburg innerhalb einiger Stunden

Insgesamt rückten die Feuerwehren in Westmecklenburg zwischen Mittwochmittag und Mittwochabend zu rund 70 Einsätzen aus - meist wegen vollgelaufener Keller und überfluteter Straßen. Etwa 50 Mal waren die Rettungskräfte in Ludwigslust-Parchim unterwegs, besonders getroffen hatte es Keller rund um den Bahnhof in Ludwigslust. In Nordwestmecklenburg waren die Feuerwehrmänner 20 Mal im Einsatz, hauptsächlich westlich von Gadebusch. In Schwerin gab es keine Einsätze.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 01.07.2021 | 06:00 Uhr

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