Stand: 29.11.2019 07:14 Uhr

Unimedizin Rostock: Weitere Millionen-Verluste?

Betten stehen auf einem Krankenhaus-Flur © dpa Foto: Rainer Jensen
Vor allem die enormen Tarifsteigerungen für Personal sollen mit Schuld sein an den Verlusten der Unimedizin Rostock. (Archivbild)

Dem größten Krankenhaus in Mecklenburg-Vorpommern, der Universitätsmedizin Rostock, droht in den kommenden Jahren ein Millionen-Verlust. Am Freitag berät der Aufsichtsrat über die Situation - erstmals unter dem neuen Vorsitzenden, dem früheren Finanzminister Mathias Brodkorb (SPD). Der Aufsichtsrat muss sich für dieses Jahr mit einem erwarteten Minus von rund 30 Millionen Euro auseinandersetzen. Noch im Jahr 2017 hatte die Uniklinik ein Plus von rund neun Millionen Euro ausgewiesen.

Weitere Verluste bis 2022 befürchtet

Nach Informationen der "Ostsee-Zeitung" ist bis 2022 pro Jahr mit ähnlich hohen Verlusten zu rechnen. Gründe seien unter anderem die teils massiven Tarifsteigerungen für das Personal und Verluste bei Tochterfirmen, hieß es aus dem Klinikumfeld. Am Freitagnachmittag will Brodkorb Auskunft über die Lage der Uniklinik geben. Er war Ende Oktober zum Aufsichtsratsvorsitzenden berufen worden.

Veränderungen im Vorstand?

Laut Zeitungsbericht könnte es auch Veränderungen im fünfköpfigen Vorstand geben. Anfang des Jahres hatte die Medizinprofessorin Gabriele Nöldge-Schomburg kommissarisch den Vorsitz für ein Jahr übernommen. Diesen Posten hatte zuvor Professor Christian Schmidt inne. Er war nach Vorwürfen um zweifelhafte Geschäftspraktiken zunächst freigestellt und dann als Ärztlicher Vorstand wieder eingesetzt worden.

Weitere Informationen
Der Finanzminister von Mecklenburg-Vorpommern, Mathias Brodkorb (SPD) © Picture Alliance (dpa) Foto: Jens Büttner/dpa

Brodkorb wird Chefaufseher bei Unikliniken

Der frühere Finanzminister von Mecklenburg-Vorpommern, Mathias Brodkorb (SPD), wird Sonderbeauftragter und neuer Aufsichtsratschef für die Universitätsmedizinen in Rostock und Greifswald. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 29.11.2019 | 07:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern

Blick auf meinen Balkongarten und den Wasserturm in Rostock. Ein Bild von Marlies Neubert aus Rostock. © NDR Foto: Marlies Neubert,Rostock

Rostock: Bürgerschaft entscheidet sich für die BUGA 2025

Die Mehrheit der Stadtvertreter hofft auf einen Schub für die Stadtentwicklung durch die Bundesgartenschau. mehr

Blick auf das Hinweisschild vor dem Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum in Neubrandenburg. © dpa Foto: Bernd Wüstneck

Seenplatte: Besuchsverbot in allen Krankenhäusern

Auch die Behörden in der Haff-Müritz-Region schränken den Publikumsverkehr ein. mehr

Visualisierung: Coronavirus. © picture alliance / 360-Berlin

MV: 89 neue Corona-Infektionen, jetzt 1.887 Fälle insgesamt

Die meisten Neu-Infektionen gibt es in Vorpommern-Rügen. Elf weitere Infizierte werden in Krankenhäusern behandelt. mehr

Außenansicht der renovierten Domschule in Güstrow © NDR Foto: Sabine Frömel

Corona: Gymnasium in Güstrow vorerst geschlossen

Zwei Lehrer und drei Schüler wurden positiv getestet. 760 Schüler und Lehrer müssen zum Test. mehr