Stand: 13.01.2020 15:01 Uhr

Sexueller Kindesmissbrauch: Höhere Strafen gefordert

Symbolfoto Kinderpornografie © dpa
Von 2017 bis 2018 sind die Fälle von Kinderpornografie auf fast 7.500 Fälle gestiegen.

Die Fälle von sexueller Gewalt und Missbrauch von Kindern nehmen zu, wie die polizeiliche Kriminalstatistik belegt. Beim Tatbestand des sexuellen Missbrauchs an Kindern handelt es sich bis heute nicht um ein Verbrechen, sofern es nur um Anfassen oder ähnliches geht. Dies wird gesetzlich als Vergehen eingestuft. Erst beim Eindringen in den Körper liegt mit schwerem sexuellen Missbrauch ein Verbrechen vor. Bislang liegt die Mindeststrafe bei sechs Monaten, wenn es als Vergehen eingestuft wird.

Für den Chef der Deutschen Kinderhilfe Rainer Becker ist völlig unverständlich, dass der Gesetzgeber den sexuellen Missbrauch eines Kindes nicht als Verbrechen einstuft. Wäre dies der Fall, würde dem Täter eine Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr drohen. Nur so könnten Tätern und Mittätern klar gemacht werden, welches Unrecht sie begangen haben, so Becker weiter.

Verbreitung von Kinderpornografie gestiegen

Von 2017 bis 2018 sind die Fallzahlen des Besitzes und der Verbreitung kinderpornografischen Materials um 14 Prozent auf fast 7.500 Fälle gestiegen - in Mecklenburg-Vorpommern hat sich die Zahl der Fälle in 2018 gegenüber dem Vorjahr verdoppelt. Auch hier soll das Strafmaß von aktuell drei auf fünf Jahren erhöht werden. Bei der gewerblichen Verbreitung von Kinderpornografie fordert Kinderhilfe-Chef Becker ebenfalls ein höheres Strafmaß - eine Erhöhung von fünf auf zehn Jahre.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 13.01.2020 | 17:10 Uhr

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