Stand: 14.10.2018 20:00 Uhr

Schwesig zur Bayernwahl: "Bitteres Ergebnis"

von Stefan Ludmann, NDR 1 Radio MV

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Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin und SPD-Bundesvize Manuela Schwesig sprach von einem bitteren Ergebnis für ihre Partei. (Archivbild)

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) hat Konsequenzen aus der Wahlniederlage von CSU und SPD in Bayern gefordert. Die große Koalition in Berlin müsse endlich den Streit beenden und gute Politik machen. Das Abschneiden sei "eine Quittung" für das schlechte Erscheinungsbild der Regierungspartner. Das habe auch der SPD geschadet, sagte die Vize-Bundesvorsitzende im NDR 1 Radio MV Interview.

Dorothee Bär, Annalena Baerbock, Jörg Meuthen, Boris Pistorius, Michael Koß und Melanie Amann zu Gast bei Anne Will. © NDR/Wolfgang Borrs Foto: Wolfgang Borrs

ANNE WILL - nach der Landtagswahl in Bayern

Anne Will -

Über die Landtagswahl in Bayern diskutieren Dorothee Bär, Annalena Baerbock, Jörg Meuthen, Boris Pistorius, Michael Koß und Melanie Amann.

Schwesig: Im Norden steht die SPD besser da

Mit Blick auf den Absturz ihrer SPD sagte Schwesig, das sei ein "bitteres Ergebnis für die Partei vor Ort". In den Abgesang über die SPD als Volkspartei wollte Schwesig nicht einstimmen. Die Partei sei regional unterschiedlich stark, in Bayern habe sie immer schon Probleme gehabt, im Norden stehe sie besser da. Politik müsse für die Menschen da sein und wenn Politiker glaubwürdig und verlässlich auftreten, dann zahle sich das auch in Wahlergebnissen aus.

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Alle Zahlen zur Landtagswahl in Bayern

Bayern hat gewählt. Wer es in den Landtag geschafft hat, wer die Gewinner und Verlierer sind und wer künftig regieren könnte - alle aktuelle Informationen im Wahlmonitor von tagesschau.de. extern

Waldmüller: "SPD nahezu pulverisiert"

Lange Gesichter gab es am Sonntagabend nach den Hochrechnungen bei Schwesigs Koalitionspartner: Der Generalsekretär der Landes-CDU, Wolfgang Waldmüller, hat eine besondere Beziehung zur CSU, Waldmüller ist gebürtiger Münchener, und auch deshalb sei er enttäuscht. " Es ist eine schwere Niederlage, aber auch die SPD ist ja nahezu pulverisiert worden." Ohne die CSU-Granden Horst Seehofer und Markus Söder beim Namen zu nennen, meinte Waldmüller: "Das Vertrauen in handelnde Personen ist getrübt, das ist eine Ursache." Eine geschwächte CSU werde nicht unbedingt für ruhige Zeiten in der Koalition sorgen, aber auch in der SPD "brennt der Baum", sagte Waldmüller.

Holm: Freie Wähler verhinderten besseres AfD-Ergebnis

Anders als SPD und Union hat AfD-Landeschef Leif-Erik Holm Grund zur Freude über ein zweistelliges Ergebnis in Bayern - auch wenn, so der Bundestagsabgeordnete, vielleicht mehr drin gewesen wäre. Aber die Freien Wähler hätten die Bäume in Bayern nicht in den Himmel wachsen lassen. Dennoch sei seine Partei jetzt in 15 Landtagen vertreten und habe sich längst im Parteiensystem etabliert. Die Bürger bräuchten eine "echte Alternative", denn mit den "ehemaligen Volksparteien laufe es nicht, weder in Berlin noch in den Ländern.

Oldenburg: "Möchtegern-Monarchie abgewählt"

Die Fraktionsvorsitzende der Linken, Simone Oldenburg, zeigte sich enttäuscht über das erneute Scheitern ihrer Partei. Immerhin habe man mehr Stimmen geholt als beim letzten Mal. Bayern habe es aber geschafft, die "Möchtegern-Monarchie abzuwählen", sagte Oldenburg, die CSU, aber auch die SPD hätten eine Talfahrt hingelegt. Für die SPD in Mecklenburg-Vorpommern sollte das Abschneiden Warnsignal sein, "dass man nicht über das Volk hinweg regieren kann".

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Müller: Auf die richtigen Themen gesetzt

Jubel gab es dagegen bei Claudia Müller, der Stralsunder Grünen-Bundestagsabgeordneten und Sprecherin der Landesgruppe-Ost im Bundestag. Sie sagte, die Grünen hätten auf die richtigen Themen gesetzt, zum Beispiel den Kampf gegen Wohnungsnot. Für Müller sind die Parteifreunde in Bayern Vorbild für die nächste Landtagswahl im eigenen Land. "Das heißt für uns, genau hinzugucken und zu überlegen, was können wir davon lernen." Am Montag gehen die Parteien in die Fein-Analyse, in zwei Wochen sind in Hessen Landtagswahlen. Dann steht die nächste Bewährungsprobe an - nicht nur für die SPD.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 14.10.2018 | 21:00 Uhr

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