Stand: 12.11.2019 14:20 Uhr

Schwerin: Familie gesteht Drogenhandel im großen Stil

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Das Landgericht Schwerin hatte den Angeklagten vorgeworfen, 140 Kilogramm Marihuana für knapp 600.000 Euro verkauft zu haben. (Archivbild)

Im Prozess um Drogengeschäfte einer Familie auf einem Reiterhof im Landkreis Ludwigslust-Parchim haben die drei Angeklagten Geständnisse abgelegt. Der 54-jährige Vater räumte am Dienstag vor dem Landgericht Schwerin ein, zwischen 2013 und 2016 etwa 55 Kilogramm Marihuana an einen Nachbarn verkauft zu haben. Bei den 24 Verkäufen habe er insgesamt knapp 250.000 Euro eingenommen.

Geständnis geht über bisherige Vorwürfe hinaus

Die Cannabispflanzen habe er auf seinem Bauernhof in einem Dorf bei Ludwigslust gezüchtet, so der Hauptangeklagte. Die Staatsanwaltschaft hatte dem Landwirt allerdings vorgeworfen, in diesem Zeitraum etwa 140 Kilogramm Marihuana für knapp 600.000 Euro verkauft zu haben. Andererseits gestand der Angeklagte, bereits seit 2010 Rauschgift verkauft zu haben. Diese Drogengeschäfte waren bislang nicht Gegenstand der Anklage.

Zuvor Deal im Falle von Geständnissen ausgehandelt

Die 53 Jahre alte Mutter und die 34 Jahre alte Tochter räumten ein, in einigen Fällen das vom Hauptangeklagten bereitgelegte Drogenpaket an den Nachbarn übergeben und das Geld angenommen zu haben. Anfangs hätten sie jedoch nichts vom Drogengeschäft des Hauptangeklagten gewusst. Das Gericht, die Staatsanwaltschaft und die Verteidiger hatten sich zu Beginn des Prozesses auf bestimmte Höchststrafen geeinigt, wenn die Angeklagten im Gegenzug umfassende Geständnisse ablegen.

Haftverlängerung und Bewährungsstrafen erwartet

Der Vater sowie der Sohn der Familie sind 2017 bereits wegen ähnlicher Delikte aus den Jahren 2016 und 2017 zu jeweils mehr als vier Jahren Haft verurteilt worden. In dieser Zeit hatten sie den Cannabisanbau in die Halle eines Landwirtschaftsbetriebs in der Nähe von Hagenow verlegt. Für den Vater könnte die Gesamtstrafe nun um etwa zwei Jahre verlängert werden. Zusätzlich wird er voraussichtlich die Einnahmen aus den Drogengeschäften an den Staat abführen müssen. Die Mutter und die Tochter können mit Bewährungsstrafen rechnen. Die Plädoyers werden für Freitag, das Urteil für kommenden Montag erwartet.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 12.11.2019 | 14:00 Uhr

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