Stand: 19.11.2019 10:44 Uhr

Schweinepest: Zweiter Fall nahe der deutschen Grenze

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Die Gefahr einer Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest nach Deutschland bleibt hoch.

Ein zweiter Fall der Afrikanischen Schweinepest ist in Polen nahe der deutschen Grenze gemeldet worden. Der Erreger wurde bei einem toten Wildschwein nachgewiesen. Das infizierte Tier ist am Sonnabend in der Wojwodschaft Lebus gefunden worden, so ein Sprecher des polnischen Veterinärdienstes. Insgesamt wurden am vergangenen Wochenende 20 verendete Wildschweine verzeichnet. Die Untersuchungen der anderen Tiere dauern noch an.

Wildschweine in freier Wildbahn

Neuer Schweinepest-Fall nahe der deutschen Grenze

Nordmagazin -

In Polen wurde nahe der deutschen Grenze ein zweiter Fall der Afrikanischen Schweinepest festgestellt. Viele Landwirte fürchten, dass auch in Deutschland die Seuche ausbricht.

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Fälle von Schweinepest kommen immer näher

Bereits Anfang November hatte es in der Region etwa 80 Kilometer von der Grenze zu Brandenburg entfernt einen ersten Fund gegeben - der davor lag noch etwa 250 Kilometer von Deutschland entfernt. Nach Angaben des Friedrich-Loeffler-Instituts für Tiergesundheit auf dem Riems bei Greifswald bleibt die Gefahr einer Einschleppung der Seuche nach Deutschland weiter hoch. Das Thema Afrikanische Schweinegrippe werde auch Ende des Monats bei einer Fachkonferenz mit 180 Experten behandelt, hieß es.

Die Afrikanische Schweinepest

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist in den vergangenen Jahrzehnten auch außerhalb Afrikas aufgetreten, zuletzt vor allem in Russland. ASP ist eine schwere Virusinfektion, die Haus- und Wildschweine betrifft und sich zum Beispiel über Transportfahrzeuge oder Kleidung ausbreitet. Kontakte der Tiere untereinander oder Futter aus Speiseabfällen können ebenfalls Infektionsquellen sein. In Afrika verbreiten auch Zecken die Krankheit weiter. Befallene Tiere leiden an unterschiedlichen Symptomen wie hohem Fieber oder Atemproblemen und verenden in der Regel innerhalb weniger Tage. (Quelle: dpa)

Jagdverband ruft zu Wachsamkeit auf

Der Deutsche Jagdverband (DJV) rief angesichts des jüngsten Falls in Polen zu höchster Wachsamkeit auf. "Es ist extrem wichtig, dass Landwirte, Forstwirte, Jäger und Spaziergänger verdächtige Kadaver sowie Tiere mit Blut an Haut oder Schnauze sofort melden", sagte DJV-Sprecher Torsten Reinwald in Berlin. Aufmerksamkeit sei dabei nicht nur in Brandenburg und den anderen wildschweinreichen Ost-Bundesländern geboten. "Wir wissen nicht, wo das Virus in Deutschland zuschlagen wird. Es ist aber keine Frage des Ob, sondern nur noch eine des Wann."

Backhaus: MV auf Bekämpfung vorbereitet

In den vergangenen fünf Jahren ist die Seuche weder in Belgien noch in Polen gestoppt worden. Bisher hat lediglich Tschechien das Virus in den Griff bekommen. Der Seuchenherd wurde dort eingezäunt und das Areal intensiv bejagt. Mecklenburg-Vorpommern hat sich vorbereitet und ebenfalls einen 50 Kilometer langen Elektrozaun angeschafft. Veterinärämter, Ordnungsämter und Jäger seien derzeit in erhöhter Alarmbereitschaft, informierte Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD). Er forderte dazu auf, jeden Totfund, insbesondere in den Grenzgebieten, unverzüglich an die Behörden zu melden.

Auch Menschen an Ausbreitung beteiligt

Seit zwei Jahren werden wegen drohender Einschleppung verstärkt Wildschweine erlegt, um den Bestand zu verringern. Für die Ausbreitung der Seuche über Kontinente sind nach Auffassung der Wissenschaft auch Menschen verantwortlich, die auf Reisen mit Viren infizierte Fleisch- und Wurstwaren essen und Reste davon wegwerfen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 19.11.2019 | 07:30 Uhr

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