Stand: 16.03.2020 19:00 Uhr

Schul- und Kita-Schließungen in MV: Bisher gut verlaufen

Rostock: In einem leeren Klassenzimmer im Innerstädtischen Gymnasium Rostock sind die Stühle hochgestellt. © dpa-Bildfunk Foto: Bernd Wüstneck
Bis zum 20. April bleiben Kitas und Schulen in Mecklenburg-Vorpommern geschlossen. (Archivbild)

Der erste Tag der flächendeckenden Schul- und Kitaschließungen in Mecklenburg-Vorpommern wegen des Coronavirus ist nach Einschätzung von Bildungsministerin Bettina Martin (SPD) geordnet verlaufen. Nur wenige Kinder seien zur Notfallbetreuung gebracht worden.

Höhere Betreuungszahl im Umfeld der Uni-Medizin

In der Stadt Rostock wurden demnach 55 Kinder in den Schulen gezählt, im Landkreis Rostock knapp 250. Im Schulamtsbereich Schwerin wurden den Angaben zufolge bis zu 15 Kinder pro Schule gemeldet, in Neubrandenburg waren es bis zu sechs Kinder. Im Bereich des Schulamtes Greifswald würden bis zu 30 Kinder je Schule betreut, weil im Umfeld der Universitätsmedizin Greifswald viele Eltern in der medizinischen Versorgung arbeiten, so die Ministerin.

Land arbeitet an digitalen Angeboten

Martin sagte, jetzt sei wichtig, dass Schüler von zu Hause lernen können. Das Land arbeite mit Hochdruck an mobilen und digitalen Angeboten. Viele Schulen hätten bereits eigene Möglichkeiten geschaffen. Die Ministerin versicherte erneut, dass es für Schul-Prüfungen und Abschlüsse fexible Lösungen geben werde. Details dazu nannte Martin nicht.

Strengere Regeln für Notfallbetreuung ab Dienstag

Nach einem Übergangstag gilt von Dienstag an die Notfallbetreuung nur noch Kindern, deren Eltern in Bereichen arbeiten, die zur Aufrechterhaltung des öffentlichen Lebens unverzichtbar sind. Dazu gehören unter anderem Polizei, Krankenhäuser, Pflegedienste und der öffentliche Nahverkehr. Für Eltern gibt es eine Selbsterklärung, in der sie erklären müssen, dass sie zur Personengruppe gehören, für die eine Notfallbetreuung zu gewährleisten ist.

Keine Betreuung durch die Großelteren

Seit Montag bleiben Kitas, Tagespflegen sowie alle Schulen und Berufsschulen in Mecklenburg-Vorpommern wochenlang geschlossen. Damit will die Landesregierung die Ausbreitung des Coronavirus eindämmen, wie sie nach einem mehrstündigen Krisentreffen am Wochenende verkündete. Martin betonte noch einmal, dass Großeltern nicht mit der Betreuung beauftragt werden sollen, weil ältere Menschen zur Risikogruppe zählen. "Keinesfalls dürfen private Betreuungsgruppen parallel aufgebaut werden. Das würde dem Ziel, soziale Kontakte zu minimieren, entgegen laufen", so Martin weiter.

Unterlagen, Formulare und weitere Informationen

Einzelheiten zu den Schul- und den Kita-Schließungen veröffentlichten das Bildungs- und das Sozialministerium auf ihren Internetseiten: Checkliste Schulschließung hier, Selbsterklärung Notfallbetreuung hier

Einzelheiten von den Ministerien
Ein Menschenleerer Schulflur © dpa Foto: Marijan Murat

Schul- und Kitaschließungen: Selbsterklärung und Co.

Hier finden Sie Unterlagen wie die Selbsterklärung für Eltern, die in für die Öffentlichkeit wichtigen Berufen tätig sind und eine Notfallbetreuung brauchen. extern

Blick auf die Niels-Stensen-Schule in Schwerin © dpa Foto: Jens Büttner

Schul-Schließungen: FAQ vom Bildungsministerium

Zu den Schul-Schließungen in Mecklenburg-Vorpommern stellen sich Eltern viele Fragen. Das Bildungsministerium gibt auf dieser Seite viele Antworten. extern

Kinder spielen hinter einem Zaun.

Kita-Schließungen: FAQ vom Sozialministerium

Zu den Kita-Schließungen in Mecklenburg-Vorpommern stellen sich Eltern viele Fragen. Das Sozialministerium gibt auf dieser Seite viele Antworten. extern

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NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 17.03.2020 | 06:00 Uhr

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