Stand: 17.10.2012 16:20 Uhr

Schimmelbefall im Stralsunder Stadtarchiv

Das Stadtarchiv in Stralsund © dpa-Zentralbild Foto: Stefan Sauer
Neben etwa 9.000 Urkunden und zahlreichen Stadtbüchern verwahrt das Archiv auch wertvolle Sammlungen.

Stralsunds Oberbürgermeister Alexander Badrow (CDU) hat mit sofortiger Wirkung und auf unbestimmte Zeit das Archiv der Hansestadt geschlossen. Stichproben hätten ergeben, dass etliche der 125.000 Bücher, Urkunden und Akten des Stadtarchivs von Schimmel befallen seien.

Gutachten deckte Schimmelbefall auf

Die Stadt Stralsund sei dem Schimmel im über 700 Jahre alten Stadtarchiv auf die Spur gekommen, sagte Oberbürgermeister Badrow. Ein Archivar, der der Stadt einige Bände abgekauft hat, habe sich nach dem Kauf über den schlechten Zustand der Bücher beklagt. Daraufhin hatte das Leipziger Zentrum für Bucherhaltung ein Gutachten für die Bestände des Archivs im früheren Johanniskloster erstellt.

Gesundheit der Mitarbeiter gefährdet

Nach Angaben von Sachverständigen herrschen vor allem im Keller- und Erdgeschoss Temperaturen um 18 Grad und Luftfeuchtigkeit von 60 und mehr Prozent. Zur Sicherheit der sieben Mitarbeiter wurden alle Büros, Magazinräume und der Lesesaal geschlossen.

Rettung der Bücher kostet eine Million Euro

Die befallenen Stücke könnten gerettet werden, so Badrow, die Restaurierung werde aber bis zu einer Million Euro kosten. Nach Angaben des Restaurators Burkhard Kunkel müssen die Bücher komplett einer Trockenreinigung unterzogen werden. In besonders schweren Fällen sei eine spezielle Behandlung mit Gammastrahlen erforderlich. Die Stadt habe für die unverzügliche Restauration bereits für das kommende Jahr rund 250.000 Euro bereitgestellt.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 17.10.2012 | 19:05 Uhr

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