Stand: 16.03.2019 11:44 Uhr

Schafzuchtverband kritisiert Wolfsförderzulage

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Laut Agrarminister Backhaus sollen auffällige Wölfe bald abgeschossen werden dürfen. (Archivbild)

Der Landesschaf- und Ziegenzuchtverband hat den jüngsten Vorstoß von Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) zur Unterstützung von Tierhaltern in Wolfsgebieten kritisiert. Backhaus hatte am Freitag angekündigt, Schaf- und Ziegenhalter in Mecklenburg-Vorpommern finanziell stärker bei der Wolfsabwehr zu unterstützen.

Mittel zur Abwehr von Wolfsangriffen aufgestockt

Profitieren können von der aufgestockten Prämie Schafs- und Ziegenwirte, die mit ihren Tieren bereits an einem speziellen Förderprogramm zur Grünlandbeweidung teilnehmen. Statt 220 Euro sollen Schaf- und Ziegenhalter künftig eine Prämie von 289 Euro erhalten, also knapp 70 Euro mehr pro Hektar. Damit ein Teil ihrer Kosten für eine effektive Wolfsabwehr ausgeglichen werden.

Das Wolfs-Comeback in Mecklenburg-Vorpommern

Verband spricht von "Peanuts"

Jürgen Lückhoff, Vorsitzender des Landesschaf- und Ziegenzuchtverbandes kritisierte Backhaus Pläne als "Peanuts". Auch wenn das zusätzliche Geld für den einzelnen Tierhalter eine Hilfe sei, bringe es den meisten nichts, so Lückhoff. Laut Ministerium können Schäfer den erhöhten Prämiensatz maximal für die 1.000 Hektar beantragen, die bereits gefördert werden. Lückhoff fordert, die neue Förderrichtlinie Wolf schnell in Kraft zu setzen. Nur dann könne der Herdenschutz zu 100 Prozent gefördert werden.

In sogenannten Wolfsgebieten, zu denen außer Poel, Rügen und kleinerer Inseln nahezu das gesamte Bundesland gehört, unterstützte das Land Mecklenburg-Vorpommern im vergangenen Jahr außerdem den Bau von Schutzzäunen mit rund 260.000 Euro. Für ausreichend geschützte Tiere die Wölfen zum Opfer fallen, wird ein Ausgleich gezahlt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 16.03.2019 | 11:00 Uhr

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