Der SPD-Fraktionsvorsitzende Thomas Krüger spricht am 21.11.2018 während der Landtagssitzung. Im Hintergrund sitzt Manuela Schwesig (SPD), Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin. © dpa Foto: Danny Gohlke

SPD-Landtagsfraktionschef Thomas Krüger wirft hin

Stand: 17.11.2021 14:46 Uhr

Den rot-roten Koalitionsvertrag hat SPD-Landtagsfraktionschef Thomas Krüger noch an vorderer Stelle mitverhandelt. Kurz nach der Besiegelung und dem Zusammentritt der neuen Regierung steigt er jetzt aus. Der 52-Jährige erklärte, er werde aus gesundheitlichen Gründen bei der Vorstandswahl am kommenden Dienstag nicht wieder antreten.

von Stefan Ludmann, NDR 1 Radio MV

Der Rückzug kommt nicht überraschend, lässt aber Fragen offen. Vor allem die, warum Krüger sich nach der Landtagswahl vor gerade einmal sechs Wochen noch einmal zum Chef der Fraktion küren ließ und warum er die Strapazen von langen Koalitionsverhandlungs-Runden auf sich nahm. Sein direkt gewonnenes Landtagsmandat will Krüger behalten. Bei seinen Vorgängern Norbert Nieszery und Volker Schlotmann war das anders. Die gaben für ihren Rückzug ebenfalls gesundheitliche Gründe an, legten aber ihr Mandat nieder oder traten nicht wieder an.

Umstrukturierung der SPD organisiert

Krüger stand fünf Jahre an der Spitze der SPD-Fraktion. Er holte 2011 zum ersten Mal ein Landtagsmandat. Der gebürtige Demminer, der in der Nähe von Schwerin wohnt, war zuvor lange Jahre Landesgeschäftsführer der SPD und musste dabei eine schmerzliche Umstrukturierung der Partei, die unter chronischem Mitgliedermangel leidet, durchsetzen. Als Fraktionschef bemühte sich der Agrarexperte um Geschlossenheit nach außen. Neben Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hatte er es jedoch schwer, die Fraktion zu profilieren.

Barlen soll Nachfolger werden

Krüger meinte in seiner Rücktritts-Ankündigung nach der Fraktionssitzung, er habe mit Schwesig vertrauensvoll zusammengearbeitet und werde das weiterhin tun, seinem Nachfolger wünsche er "alles Gute und viel Erfolg". Krügers Rückzug macht den Weg für einen der engsten Schwesig-Vertrauten frei: Als Nachfolge-Kandidat an der Spitze der größten Regierungsfraktion tritt der 41-jährige Julian Barlen an, Abgeordneter aus Rostock und im "Nebenjob" SPD-Generalsekretär. Barlen hat für Schwesig den erfolgreichen Wahlkampf organisiert, jetzt könnte er auch persönlich die Ernte einfahren und zu einem ganz wichtigen Player in Schwesigs Machtzirkel werden. Er muss sich allerdings einen neuen Parlamentarischen Geschäftsführer suchen. Der bisherige - Jochen Schulte - wechselt als Staatssekretär in das neue "Superministerium" für Wirtschaft, Infrastruktur, Landesentwicklung, Arbeit und Tourismus von Reinhard Meyer (SPD).

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Neuer Parlamentarischer Geschäftsführer gesucht

Dass Barlen Schwesigs Kandidat ist, machte die Regierungschefin per Pressemitteilung klar. Sie habe sich gemeinsam mit Krüger auf Barlen als Nachfolger verständigt und dieses auch der Fraktion vorgeschlagen, erklärte die SPD-Landesvorsitzende. Barlen bringe "viel Kompetenz und Erfahrung mit" und habe als SPD-Generalsekretär "einen wichtigen Beitrag für unseren politischen Erfolg in allen Landesteilen geleistet", schwärmte Schwesig. Barlen, den Beobachter schon seit Wochen als Krügers Nachfolger auf dem Zettel haben, sagte, die Nominierung ehre ihn sehr. Krüger hinterlasse große Fußstapfen, aber: "Ich stehe zur Verfügung."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 17.11.2021 | 15:00 Uhr

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