Stand: 01.02.2020 14:11 Uhr

Rostock: Kräne stürzen in Hafenbecken - Schiff beschädigt

Kranunfall im Rostocker Hafen © Max Fuhrmann Foto: Max Fuhrmann
Zu dem Unfall am Liebherr-Kai kam es beim Verladen von mobilen Kränen auf ein Schiff.

Im Rostocker Hafen sind zwei mobile Kräne beim Verladen auf ein Spezialschiff ins Hafenbecken gestürzt. Ein Arbeiter wurde dabei am Freitagabend leicht verletzt. Sanitäter versorgten ihn vor Ort, er musste nicht ins Krankenhaus, wie die Wasserschutzpolizei mitteilte. In ersten Meldungen war noch von zwei Leichtverletzten die Rede. Der Unfall ereignete sich am Kai des Kranherstellers Liebherr im Überseehafen. Aussagen zum genauen Hergang des Unfalls und dem entstandenen Schaden seien aktuell noch nicht möglich, erklärte ein Liebherr-Sprecher auf Anfrage von NDR 1 Radio MV. Die Ermittlungen zur Unfallursache dauern an.

Transportschiff beschädigt, Betriebsstoffe ausgelaufen

Bei dem Unfall wurde nach Angaben der Wasserschutzpolizei auch das 110 Meter lange Schwergutschiff "Jumbo Vision" beschädigt, es darf vorerst nicht auslaufen. Außerdem liefen Diesel und Hydrauliköl aus - wieviel ist noch unbekannt. Nach Angaben des Rostocker Hafenamts nahmen ein Ölwehrschiff sowie das Mehrzweckschiff "Arkona" die Arbeit auf. Die Ausbreitung umweltschädlicher Stoffe sei durch mobile Ölsperren eingedämmt worden. Diese hatten 35 Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr angelegt. Das Hafenbecken, in dem sich der Unfall ereignete, wurde für den Verkehr gesperrt.

Liebherr: Unfall bei Positionierungsarbeiten

Liebherr bestätigte, dass sich der Unfall gegen 21 Uhr bei Positionierungsarbeiten des zweiten mobilen Krans auf dem Schiff zugetragen habe. "Das Schiff geriet in Schieflage und beide Krane rutschten in das Hafenbecken." Die beiden mobilen Kräne seien für den Export bestimmt gewesen und mit Schiffskranen auf das Spezialschiff verladen worden.

Augenzeuge: Schiffskran touchierte mobilen Kran und riss ihn mit

Wie ein Hafenarbeiter, der das Geschehen vom gegenüberliegenden Kai beobachtete, NDR 1 Radio MV berichtete, waren die eigentlichen Verladearbeiten schon abgeschlossen gewesen, als ein Ladekran des Transportschiffes beim Rangieren einen der beiden bereits an Bord stehenden Mobilkräne touchierte, so dass dieser vom Schiff ins Hafenbecken gestürzt sei.

Mobile Kräne liegen im Hafenbecken

Kranunfall im Rostocker Hafen © Max Fuhrmann Foto: Max Fuhrmann
Im Hafenbecken trieben Trümmerteile.

Dadurch habe sich die Balance des Schiffes verlagert, es sei in eine Schieflage geraten, so dass schließlich auch der zweite Kran ins Hafenbecken gekippt sei, so der Augenzeuge weiter. Die beiden mobilen Kräne liegen im Hafenbecken. Taucher sollen nun die genaue Lage der Kräne untersuchen. Wie diese sicher und möglichst schnell geborgen werden können, wird aktuell noch untersucht.

Experte: Tonnenschwere Kräne mit Millionenwert

Nach Angaben von Liebherr ereignete sich der Unfall mit zwei mobilen Hafenkränen des Typs Liebherr LHM550. Kräne dieses Typs sind rund 35 Meter hoch und haben ein Gewicht von 439 Tonnen. Der Stückpreis beträgt laut Branchenkennern rund 3,5 Millionen Euro. Man werde alles unternehmen, um die Beteiligten bei der Aufklärungsarbeit zu unterstützen, teilte ein Liebherr-Sprecher mit.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 01.02.2020 | 14:00 Uhr

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