Die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig (SPD), bei einer Pressekonferenz in Schwerin. © NDR Foto: NDR

Pläne für harten Lockdown in MV werden konkreter

Stand: 15.04.2021 21:28 Uhr

Die Pläne für einen harten Lockdown in Mecklenburg-Vorpommern werden offenbar konkreter. Nach NDR Informationen hat sich die Landesregierung mit Kommunen und Landtagsfraktionen auf schärfere Kontaktbeschränkungen und Ausgangssperren im ganzen Land verständigt.

von Stefan Ludmann, NDR 1 Radio MV

Vieles erinnert an den ersten Lockdown im Frühjahr 2020: Etliche Geschäfte sollen wieder schließen. Offen bleiben neben Supermärkten, Tankstellen oder Apotheken im dritten Lockdown aber wohl Garten- und Baumärkte ebenso wie Buchläden. Auch Friseure sollen - unter strengen Hygieneauflagen - weiter arbeiten können, ebenso die medizinische Fußpflege. Das gilt nicht für Kosmetikstudios, auch Fahrschulen müssen wieder dichtmachen. Nach den Plänen soll sich künftig ein Haushalt nur noch mit einer weiteren Person treffen dürfen, Kinder unter 14 Jahren werden nicht mitgerechnet.

Wieder Homeoffice und Homeschooling

Ausgangssperren gelten wohl für das ganze Land. Auswärtige Besitzer von Zweitwohnungen sollen - trotz juristischer Bedenken - nicht mehr ins Land reisen dürfen, ein Einreiseverbot soll auch für Bootsführer gelten. Spielplätze werden erneut nicht abgesperrt, offen sind weiterhin wohl auch Außenanlagen in Zoos. Schulen bleiben ab Montag landesweit dicht - nur die Abschlussklassen können in den Unterricht, für alle anderen heißt es Homeschooling. Im Gespräch ist auch, die Notbetreuung für Kita-Kinder und die jüngeren Schuljahrgänge einzuschränken. Eltern müssen dann nachweisen, dass sie nicht ins Homeoffice gehen können. Rostocks Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen (parteilos) soll ebenso wie die AfD-Fraktion in den Vorrunden zum MV-Gipfel schon Widerstand gegen Verschärfungen angekündigt haben.

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Impfkampagne mit weniger Bürokratie

Gedanken macht sich die Runde auch über den Umgang mit den Inzidenz-Zahlen. Für Öffnungen in bestimmten Bereichen sollen offenbar unterschiedliche Werte gelten. Die Impfkampagne soll beschleunigt und entbürokratisiert werden. In der Frage, ob für Geimpfte Ausnahmen gelten sollen, setzt Mecklenburg-Vorpommern auf Vorhaben des Bundes. Offen ist, was das Land tun will, um die Lernstoff-Lücken bei den Schülerinnen und Schülern auszugleichen. Bildungsministerin Bettina Martin (SPD) denkt offenbar darüber nach, die Anforderungen abzusenken. Ein Sprecher des Bildungsministeriums dementierte: "Im Ministerium gibt es keine Überlegungen, das Niveau im nächsten Schuljahr abzusenken." Ergebnisse des MV-Gipfels will Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) möglicherweise morgen Abend präsentieren.

Wirtschaft fordert mehr Tempo beim Impfen

Die Wirtschaft im Land steht offenbar hinter dem Lockdown-Kurs. "Der Anstieg der Zahlen zwingt zum Handeln", erklärte der Arbeitgeberverband VUMV. Allerdings müsse der "Pflock sitzen", so Geschäftsführer Sven Müller. Es dürfe keine übereilten Beschlüsse geben, nötig seien auch "verbindlichen Perspektiven" für die Zeit danach. Alles, was unter freiem Himmel möglich sei, müsste auch umgesetzt werden. Müller forderte mehr Tempo beim Impfen. Auch Betriebsärzte könnten dafür eingesetzt werden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 15.04.2021 | 09:00 Uhr

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