Stand: 08.01.2020 06:35 Uhr  - NDR 1 Radio MV

Petersdorfer Brücke: Fledermäuse umgesiedelt

Die umstrittene Umsiedlung der Fledermäuse an der Petersdorfer Brücke bei Malchow (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) verläuft nach Angaben des betreuenden Experten erfolgreich. Zuletzt wurden rund 280 Tiere in dem neu gebauten Winterquartier gezählt. Er sei zuversichtlich, dass die Zahl in den nächsten Jahren noch weiter steigen werde, so Tierökologe Ivo Niermann.

Steuerzahlerbund kritisiert Kosten

Der Bau des Winterquartieres war im Jahr 2017 vom Bund der Steuerzahler heftig kritisiert worden. Eine erfolgreiche Umsiedlung wurde als unwahrscheinlich beschrieben. Vor allem aber die Kosten von rund 500.000 Euro sorgten für einen Eintrag ins Schwarzbuch der Steuerzahler.

Ausgleich für abgerissenes Fledermausquartier

Das Bauunternehmen Deges begründet die hohe Summe mit dem schwierigen Baugrund und der Größe des Projektes. Der Bau eines gleichwertigen Ersatzquartieres für die Fledermäuse war gesetzliche Voraussetzung für die nötigen Baumaßnahmen an der Petersdorfer Brücke. Das ursprüngliche Quartier unter der mittlerweile abgerissenen alten Brücke galt als das größte Ganzjahres-Fledermausquartier in Mecklenburg-Vorpommern.

Verzögerungen beim Brückenbau

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Tierökologe Ivo Niermann ist zuversichtlich, dass in den kommenden Jahren noch mehr Fledermäuse in das neue Quartier einziehen.

Die Bauarbeiten an der Petersdorfer Brücke im Verlauf der A19 sollen im Oktober abgeschlossen sein. Immer wieder wurde der Termin für die Fertigstellung nach hinten korrigiert. Schon seit 2015 wird an der Brücke über den Petersdorfer See gearbeitet. Ursprünglich sollte das gesamte Bauwerk bereits 2018 fertiggestellt werden.

Tiefe Bohrungen für Fundamente

Lange Zeit war die Baustelle ein Nadelöhr auf der A19. Inzwischen hat sich die Verkehrssituation hier deutlich entspannt. Da die eine Hälfte der Brücke bereits befahrbar ist, kann der Verkehr an der Baustelle vierspurig laufen - wenn auch mit reduzierter Geschwindigkeit. Allein am ersten Bauabschnitt wurde drei Jahre gearbeitet. Aufgrund der Bodenverhältnisse musste deutlich tiefer gebohrt werden als geplant, um die neuen Brückenpfeiler zu setzen - an einigen Stellen bis zu 50 Meter tief. Mit den Erfahrungen aus dem Bau der ersten Brückenhälfte geht die Baufirma davon aus, dass die Probleme und Schwachstellen beim Bau der zweiten Hälfte vermieden werden können.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Der Tag | 08.01.2020 | 06:30 Uhr

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